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Konzentration beim Kind fördern: 9 Tipps und Übungen

Dein Kind schweift bei den Hausaufgaben ständig ab? So förderst du seine Konzentration: 9 Tipps aus der Forschung, Übungen nach Alter und ein Plan für heute.

Lerntwin-Redaktion
16 Min.
Konzentration beim Kind fördern: 9 Tipps und ÜbungenKI-generiert

„Nur noch drei Aufgaben.“ Eine halbe Stunde später steht immer noch keine im Heft. Dein Kind spitzt den Bleistift, schaut aus dem Fenster und holt sich ein Glas Wasser. Kommt dir das bekannt vor? Die gute Nachricht: Du kannst viel dafür tun, dass Konzentration leichter fällt. Hier erfährst du, was Konzentration ist, warum sie Kindern oft schwerfällt und welche 9 Tipps die Forschung stützt. Dazu bekommst du Übungen und Spiele nach Alter, eine Checkliste für die Hausaufgaben und einen Plan für heute Abend.

Was ist Konzentration?

Konzentration heißt: Dein Kind richtet seine Aufmerksamkeit gezielt auf eine Sache und blendet alles andere aus. Es behält den Fokus, obwohl ringsum vieles passiert. Das kostet Kraft. Das Gehirn muss ständig entscheiden, was gerade wichtig ist. Das Brummen des Kühlschranks, die Stimme des Bruders, das Handy auf dem Tisch: All das will Aufmerksamkeit. Wer sich konzentriert, sagt zu all dem leise Nein.

Die Konzentrationsfähigkeit wächst mit dem Alter. Sie ist aber keine feste Fähigkeit, die ein Kind hat oder nicht hat. Ein Kindergartenkind bleibt kürzer bei einer Sache als ein Schulkind. Ein Teenager schafft meist mehr als ein Grundschulkind. Es kommt aber auch auf die Aufgabe an. Beim Lieblingsspiel bleibt fast jedes Kind lange dran. Bei einer schweren Matheaufgabe ist die Luft dagegen schnell raus.

Auch über den Tag schwankt die Konzentrationsfähigkeit. Kurze Momente der Ablenkung sind normal. Auch Erwachsene schweifen ständig ab. Entscheidend ist, dass dein Kind wieder zur Aufgabe zurückfindet. Genau das könnt ihr gemeinsam üben.

Wie lange kann sich ein Kind konzentrieren?

Fachleute sprechen von der Aufmerksamkeitsspanne. Im Netz kursieren Tabellen mit festen Minuten für jedes Alter. Solche Werte sind nur grobe Faustregeln. Wie lange dein Kind dranbleibt, hängt vom Tag, von der Uhrzeit, von der Aufgabe und vom Schlaf ab. Viel nützlicher ist ein Wert für dein eigenes Kind. Den findest du mit einem einfachen Test heraus.

Der Stoppuhr-Test

  • Wähle drei normale Nachmittage mit Hausaufgaben.
  • Starte unauffällig eine Stoppuhr, sobald dein Kind anfängt.
  • Notiere, wann es zum ersten Mal deutlich abschweift. Es steht zum Beispiel auf oder schaut lange aus dem Fenster.
  • Nimm den mittleren der drei Werte. Plane die Arbeitsportionen etwas kürzer, danach folgt eine kurze Pause.

Ein Beispiel: Dein Kind schweift nach 12, 15 und 18 Minuten ab. Der mittlere Wert ist 15 Minuten. Dann plant ihr Portionen von etwa 12 Minuten. Mit der Zeit dürfen sie länger werden. Wie viel Zeit die Hausaufgaben insgesamt dauern sollten, regelt jedes Bundesland selbst. Ein Beispiel aus NRW steht im Artikel Kind verweigert Hausaufgaben.

Warum kann sich mein Kind nicht konzentrieren?

Meist steckt kein großes Problem dahinter, sondern der Alltag. Diese Ursachen sind häufig, oft kommen mehrere zusammen:

Häufige Ursachen und woran du sie erkennst
UrsacheDaran erkennst du sie
Zu wenig SchlafDein Kind ist morgens schwer wach und nachmittags gereizt.
Hunger oder DurstEs hat kaum gefrühstückt oder seit Stunden nichts getrunken.
AblenkungHandy, Fernseher, Geschwister oder ein voller Tisch ziehen den Blick weg.
Zu große AufgabeDer Berg wirkt riesig. Dein Kind weiß nicht, wo es anfangen soll.
ÜberforderungEs versteht den Stoff nicht und schaltet deshalb ab.
UnterforderungAlles ist zu leicht. Es langweilt sich und träumt weg.
Zu wenig BewegungNach einem langen Schultag im Sitzen zappelt es auf dem Stuhl.
SorgenStreit mit Freunden oder Ärger zu Hause belegen den Kopf.
Sehen oder HörenEs kneift die Augen zusammen oder fragt oft nach.

Seltener steckt eine Störung wie ADHS dahinter. Woran du den Unterschied erkennst, liest du im Abschnitt Wann zum Arzt?

Konzentration fördern: 9 Tipps aus der Forschung

Was fördert die Konzentration am meisten? Meist sind es einfache Dinge im Alltag. Diese Tipps helfen Kindern im Kindergarten, in der Grundschule und auf der weiterführenden Schule. Fang nicht mit allen gleichzeitig an. Such dir zwei aus, die zu euch passen, und probiert sie eine Woche lang aus.

1. Fester Platz, feste Zeit

Routinen sparen Kraft. Muss dein Kind nicht jeden Tag neu verhandeln, wann und wo es lernt, bleibt mehr Energie für die Aufgabe. Legt gemeinsam einen festen Lernplatz fest, zum Beispiel den Schreibtisch oder den Küchentisch. Dazu kommt eine feste Zeit, möglichst jeden Tag dieselbe, etwa nach dem Essen und einer kurzen Pause. Nach ein paar Wochen setzt sich dein Kind fast von allein hin. Wie ihr so eine Regel ohne Streit vereinbart, steht im Artikel Kind verweigert Hausaufgaben.

2. Ablenkungen aus dem Blick räumen

Auf dem Tisch liegt möglichst nur, was für die Aufgabe gebraucht wird. Spielsachen, Comics und Bastelsachen kommen in eine Kiste. Alles Bunte im Blickfeld sind visuelle Reize, und jeder davon zieht ein bisschen Aufmerksamkeit ab. Wie stark schon Bilder an der Wand ablenken, zeigt ein Versuch aus den USA. Forscher unterrichteten Kindergartenkinder sechsmal in einem Versuchs-Klassenzimmer. Mal hingen viele bunte Bilder und Plakate an den Wänden, mal waren die Wände fast leer. Bei den vollen Wänden schauten die Kinder öfter weg, waren seltener bei der Sache und lernten weniger (Fisher u. a., 2014).

Auch Geräusche stören, sogar wenn Kinder gar nicht hinhören. In einem anderen Versuch spielten 50 Kinder zwischen einem und drei Jahren eine Stunde lang. Eine halbe Stunde lief im Hintergrund eine Quizshow im Fernsehen. Die Kinder schauten nur selten und kurz hin. Trotzdem spielten sie kürzer am Stück und weniger konzentriert (Schmidt u. a., 2008).

Für die Hausaufgaben heißt das: Fernseher aus, Handy weg. Am besten liegt das Handy in einem Korb im Flur. Hat dein Kind keinen ruhigen Raum, hilft ein Platz mit Blick zur Wand statt zum Fenster.

3. Große Aufgaben in kleine Portionen teilen

Ein voller Arbeitsplan wirkt wie ein Berg. Teilt ihn deshalb in kleine Stücke. Schreibt zum Beispiel auf einen Zettel: erst die vier Matheaufgaben, dann fünf Vokabeln, dann der Lesetext. Jedes erledigte Stück wird abgehakt. So sieht dein Kind, dass es vorankommt.

Mach außerdem die Zeit sichtbar. Eine Viertelstunde können sich Kinder schwer vorstellen. Eine Sanduhr oder ein Küchenwecker zeigt, wie lange die Portion noch dauert. Die passende Länge findest du mit dem Stoppuhr-Test heraus. Viele Kinder fangen gern mit einer leichten Aufgabe an, um warm zu werden. Die schwerste Aufgabe kommt direkt danach, solange der Kopf noch frisch ist.

4. Bewegung vor dem Lernen und zwischendurch

Nach einem langen Schultag im Sitzen brauchen viele Kinder erst einmal Bewegung. Das ist kein Trödeln, sondern hilft beim Lernen. In einer Studie gingen 20 Kinder im Alter von etwa 9 bis 10 Jahren 20 Minuten zügig auf einem Laufband. Danach lösten sie eine Aufmerksamkeitsaufgabe genauer und schnitten in einem Schultest besser ab als nach einer Ruhephase (Hillman u. a., 2009).

Auch kurze Bewegungspausen wirken. In Grundschulklassen in den USA machten Kinder der 3. und 4. Klasse regelmäßig kurze Bewegungsübungen im Klassenzimmer. Danach waren sie im Unterricht häufiger bei der Sache, im Schnitt um 8 Prozent. Bei den Kindern, die vorher am wenigsten bei der Sache waren, waren es sogar 20 Prozent (Mahar u. a., 2006).

Gute Bewegungspausen für zu Hause: zehn Hampelmänner oder einmal die Treppe rauf und runter. Auch ein Ball, den dein Kind an die Wand wirft und fängt, passt gut. Oder ihr tanzt ein Lied lang. Schon zwei bis drei Minuten bringen den Kreislauf in Schwung, danach kann sich dein Kind wieder besser fokussieren.

Ein Junge und seine Mutter machen im Wohnzimmer Hampelmänner, der Lerntwin-Fuchs springt mit, im Hintergrund liegt das aufgeschlagene Hausaufgabenheft auf dem TischKI-generiert
Zwei Minuten Hampelmann, dann geht es weiter: Bewegungspausen holen die Aufmerksamkeit zurück.

5. Raus ins Grüne

Ein Spaziergang im Park vor den Hausaufgaben kann sich lohnen. In einer Studie gingen 17 Kinder zwischen 7 und 12 Jahren mit ADHS dreimal je 20 Minuten spazieren. Sie liefen durch einen Park, durch die Innenstadt und durch ein Wohnviertel. Danach sollten sie Zahlenreihen rückwärts nachsprechen. Nach dem Park gelang das am besten (Faber Taylor & Kuo, 2009).

Die Studie war klein und nur mit Kindern mit ADHS. Einen Versuch ist es trotzdem wert. Der Heimweg durch den Park oder eine Runde um den Block mit vielen Bäumen kostet nichts.

Eine Mutter und ihre Tochter mit Schulranzen gehen durch einen herbstlichen Park, der Lerntwin-Fuchs läuft mit einem Blatt in der Hand vorausKI-generiert
Erst eine Runde durchs Grüne, dann an den Schreibtisch.

6. Echte Pausen einplanen

Eine Pause ist keine verlorene Zeit. Zwei Forscher haben Versuche und Langzeitdaten aus Grundschulen ausgewertet. Ihr Ergebnis: Pausen zwischen den Lernphasen helfen Kindern, danach wieder gut zu lernen (Pellegrini & Bohn, 2005).

Eine gute Pause ist kurz und bewegt. Dein Kind steht auf, trinkt etwas, schaut aus dem Fenster oder macht eine Bewegungsübung. Das Handy bleibt dabei weg. Sonst wird aus fünf Minuten schnell eine halbe Stunde.

7. Genug Schlaf

Müde Kinder können sich schlecht konzentrieren. Die Amerikanische Akademie für Schlafmedizin empfiehlt diese Schlafdauer:

Empfohlener Schlaf pro Tag (American Academy of Sleep Medicine, 2016)
AlterSchlaf
3 bis 5 Jahre10 bis 13 Stunden, Mittagsschlaf mitgezählt
6 bis 12 Jahre9 bis 12 Stunden
13 bis 18 Jahre8 bis 10 Stunden

Wer regelmäßig weniger schläft, hat laut den Fachleuten häufiger Probleme mit Aufmerksamkeit, Verhalten und Lernen (Paruthi u. a., 2016). Rechne einmal nach: Ist dein Kind 10 Jahre alt und muss um 6:30 Uhr aufstehen, sollte es spätestens um 21:30 Uhr schlafen. Dabei helfen eine feste Schlafenszeit und eine Stunde ohne Bildschirm vor dem Einschlafen.

8. Frühstück, Snack und Wasser

Mit leerem Magen lernt es sich schwer. Eine Übersichtsarbeit hat 36 Studien zum Frühstück ausgewertet. Ergebnis: Ein Frühstück wirkt sich überwiegend positiv darauf aus, dass Kinder im Unterricht bei der Sache bleiben (Adolphus u. a., 2013).

Plane auch nachmittags einen kleinen Snack vor den Hausaufgaben ein, zum Beispiel Obst oder ein Brot. Ein Glas Wasser auf dem Tisch spart den Weg in die Küche, der so oft zur Ablenkung wird.

9. Loben, was klappt

Konzentration ist anstrengend. Zeig deinem Kind, dass du das siehst. Lob dabei die Anstrengung, nicht die Begabung: „Du hast 15 Minuten am Stück gearbeitet, stark!“ statt „Du bist ja so schlau“. Lass dein Kind auch selbst bewerten: Was hat heute geholfen, dranzubleiben? Wie Lob am besten wirkt, steht im Artikel Kind zum Lernen motivieren.

Konzentration bei den Hausaufgaben fördern

Bei den Hausaufgaben fallen Konzentrationsprobleme am meisten auf. Hier kannst du dein Kind gezielt unterstützen. Mit dieser Checkliste startet ihr gut vorbereitet:

  • Vorher essen, trinken und kurz bewegen.
  • Tisch frei: nur Heft, Buch, Stift und ein Glas Wasser.
  • Handy im Flur, Fernseher aus, Geschwister spielen woanders.
  • Plan auf einen Zettel: Welche Aufgaben, in welcher Reihenfolge?
  • Sanduhr oder Wecker für jede Portion.
  • Nach jeder Portion kurz aufstehen.
  • Du bist in der Nähe, sitzt aber nicht die ganze Zeit daneben.

Warum nicht die ganze Zeit daneben sitzen? Eine Metaanalyse fasst viele einzelne Studien zusammen. Eine solche Auswertung von 50 Studien zu Kindern in der Mittelstufe zeigt: Unterstützung durch die Eltern hing meist mit besseren Schulleistungen zusammen. Die Ausnahme war die direkte Hilfe bei den Hausaufgaben (Hill & Tyson, 2009). Bleib also ansprechbar, aber übernimm die Aufgabe nicht. Fragt dein Kind etwas, hilft eine Gegenfrage oft mehr als die Lösung: „Was weißt du schon?“

Dauert es trotzdem jeden Tag viel länger als vorgesehen, sprich mit dem Klassenlehrer. Oft reicht eine kurze Notiz im Heft: „Hat 30 Minuten konzentriert gearbeitet und ist bis hierher gekommen.“

Viele Kinder verlieren bei langen Aufgaben den Faden. Dabei hilft auch Lerntwin, eine Lern-App für Schulkinder von Klasse 1 bis 13. Dein Kind fotografiert zum Beispiel sein Arbeitsblatt und übt genau dazu in kurzen Runden. Lerntwin erklärt anders, wenn etwas nicht sitzt, und fragt nach, statt die Lösung vorzusagen. So bleibt dein Kind selbst am Denken. So funktioniert Lerntwin.

Konzentrationsübungen und Spiele für Kinder

Mit Spielen erleben Kinder, wie sich Konzentration anfühlt. So üben sie spielerisch, bei einer Sache zu bleiben. Sie eignen sich als Start in die Hausaufgaben, für die Pause oder einfach für den Nachmittag. Diese Übungen brauchen kaum Material:

3 bis 6 Jahre

Kita und Vorschule

Stopp-Tanz: Musik an, alle tanzen. Stoppt die Musik, frieren alle ein. Ich sehe was, was du nicht siehst: Einer nennt eine Farbe, die anderen suchen. Perlen nach Muster: Du legst ein Muster vor, dein Kind fädelt es nach. Memory mit wenigen Paaren, später mit mehr.

6 bis 10 Jahre

Grundschule

Ich packe meinen Koffer: Jeder wiederholt die ganze Liste und hängt etwas an. Zahlen rückwärts: Du sagst drei Zahlen, dein Kind sagt sie rückwärts, dann vier. Klatsch-Echo: Du klatschst einen Rhythmus, dein Kind macht ihn nach. Dazu Such- und Fehlerbilder.

Ab 10 Jahren

Ältere Kinder

Sudoku, Schach oder ein Kartenspiel. Kopfrechen-Kette: Starte bei 100 und zieh immer 7 ab. 20 Minuten am Stück lesen und danach in drei Sätzen erzählen, worum es ging. Oder Heft zu und aufschreiben, was vom Stoff noch da ist.

Für jedes Alter passt die Stille-Minute. Stellt einen Wecker auf eine Minute. Alle sind still und lauschen. Danach zählt jeder auf, was er gehört hat: ein Auto, den Kühlschrank, einen Vogel. Das bringt Ruhe in den Kopf, gerade vor den Hausaufgaben.

Was Konzentrationsspiele können

Viele Apps und Hefte versprechen, die Konzentration zu trainieren. Ein großer Überblick hat die Studien dazu geprüft. Wer ein Spiel übt, wird vor allem in genau diesem Spiel besser. Dass das Training auch im Alltag hilft, ist kaum belegt (Simons u. a., 2016).

Spiele sind deshalb ein schöner Start und eine gute Pause. Am meisten fördert eine feste Lernroutine die Konzentration, mit genug Schlaf, Bewegung und einem ruhigen Platz.

Konzentrationsprobleme: Wann zum Arzt?

Jedes Kind ist mal unkonzentriert. Jüngere Kinder sind außerdem meist lebhafter als ältere. Achte aber auf diese Zeichen:

  • Die Probleme halten über Monate an, trotz guter Bedingungen.
  • Sie zeigen sich zu Hause und in der Schule.
  • Dein Kind ist deutlich unruhiger oder abgelenkter als Gleichaltrige.
  • Es verliert ständig Sachen, vergisst viel und bringt Aufgaben selten zu Ende.
  • Die Noten leiden, oder es gibt oft Streit mit Freunden.
  • Es kneift beim Lesen die Augen zusammen oder hört schlecht.

Dann lohnt sich ein Termin in der Kinderarztpraxis. Dort werden Augen und Ohren geprüft. Die Praxis kann auch abklären lassen, ob ADHS dahintersteckt. Laut dem ADHS-Infoportal sind die Probleme bei Kindern mit ADHS deutlich stärker als bei Gleichaltrigen. Sie beeinträchtigen zum Beispiel die Schulleistungen oder die Beziehungen zu Eltern, Lehrern und Freunden.

Wichtig: Auch Überforderung oder Unterforderung in der Schule können ähnliche Zeichen auslösen. Sprich deshalb auch mit dem Klassenlehrer. Er erlebt dein Kind jeden Tag im Unterricht.

Kindern mit ADHS geben klare Abläufe Halt. Das ADHS-Infoportal rät Eltern zu wenigen, festen Regeln und zu häufigem Lob, sobald etwas gut klappt. Mehr dazu steht im Artikel Kind zum Lernen motivieren. Fallen die Noten schon, hilft der Artikel Kind hat schlechte Noten weiter.

Dein Plan für heute Abend

  1. 1

    Platz vorbereiten

    Räumt den Tisch gemeinsam frei. Nur Heft, Buch, Stift und ein Glas Wasser bleiben liegen.
  2. 2

    Handy parken

    Das Handy kommt in einen Korb im Flur, der Fernseher bleibt aus. So bleibt der Fokus bei der Aufgabe. Das gilt am besten für alle, auch für dich.
  3. 3

    Erst bewegen

    Zwei Minuten Hampelmann, Treppe oder Tanzen. Oder ihr geht vorher eine Runde um den Block.
  4. 4

    Portionen planen

    Schreibt die Aufgaben auf einen Zettel und teilt sie in kleine Stücke. Stellt für jede Portion die Sanduhr oder den Wecker.
  5. 5

    Kurz unterbrechen

    Nach jeder Portion kurz aufstehen, trinken und strecken. Dann geht es weiter.
  6. 6

    Gemeinsam zurückschauen

    Fragt zum Schluss: Was hat heute geholfen? Lob die Anstrengung, nicht die Begabung.
  7. 7

    Pünktlich ins Bett

    Rechnet die Schlafenszeit mit der Tabelle zum Schlaf aus und haltet sie heute ein.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. 1.Fisher, A. V., Godwin, K. E. & Seltman, H. (2014). Visual environment, attention allocation, and learning in young children: When too much of a good thing may be bad. Psychological Science, 25(7), 1362–1370.
  2. 2.Schmidt, M. E., Pempek, T. A., Kirkorian, H. L., Lund, A. F. & Anderson, D. R. (2008). The effects of background television on the toy play behavior of very young children. Child Development, 79(4), 1137–1151.
  3. 3.Hillman, C. H., Pontifex, M. B., Raine, L. B., Castelli, D. M., Hall, E. E. & Kramer, A. F. (2009). The effect of acute treadmill walking on cognitive control and academic achievement in preadolescent children. Neuroscience, 159(3), 1044–1054.
  4. 4.Mahar, M. T., Murphy, S. K., Rowe, D. A., Golden, J., Shields, A. T. & Raedeke, T. D. (2006). Effects of a classroom-based program on physical activity and on-task behavior. Medicine & Science in Sports & Exercise, 38(12), 2086–2094.
  5. 5.Faber Taylor, A. & Kuo, F. E. (2009). Children with attention deficits concentrate better after walk in the park. Journal of Attention Disorders, 12(5), 402–409.
  6. 6.Pellegrini, A. D. & Bohn, C. M. (2005). The role of recess in children's cognitive performance and school adjustment. Educational Researcher, 34(1), 13–19.
  7. 7.Paruthi, S., Brooks, L. J., D’Ambrosio, C. u. a. (2016). Recommended amount of sleep for pediatric populations: A consensus statement of the American Academy of Sleep Medicine. Journal of Clinical Sleep Medicine, 12(6), 785–786.
  8. 8.Adolphus, K., Lawton, C. L. & Dye, L. (2013). The effects of breakfast on behavior and academic performance in children and adolescents. Frontiers in Human Neuroscience, 7, 425.
  9. 9.Simons, D. J., Boot, W. R., Charness, N., Gathercole, S. E., Chabris, C. F., Hambrick, D. Z. & Stine-Morrow, E. A. (2016). Do “brain-training” programs work? Psychological Science in the Public Interest, 17(3), 103–186.
  10. 10.Hill, N. E. & Tyson, D. F. (2009). Parental involvement in middle school: A meta-analytic assessment of the strategies that promote achievement. Developmental Psychology, 45(3), 740–763.
  11. 11.zentrales adhs-netz: ADHS-Infoportal, „ADHS – was ist das?“
  12. 12.zentrales adhs-netz: ADHS-Infoportal, „Wie wird ADHS festgestellt?“
  13. 13.zentrales adhs-netz: ADHS-Infoportal, „Was können Eltern selbst tun?“

Häufige Fragen

Wie kann ich die Konzentration meines Kindes fördern?
Sorge für einen ruhigen Platz ohne Handy und Fernseher, genug Schlaf und Bewegung. Teile große Aufgaben in kleine Portionen und mach die Zeit mit einer Sanduhr sichtbar. Nach jeder Portion folgt eine kurze Pause. Lob dein Kind für seine Anstrengung, nicht für seine Begabung.
Wie fördere ich die Konzentration bei den Hausaufgaben?
Vor den Hausaufgaben etwas essen, trinken und kurz bewegen. Auf dem Tisch liegt nur, was gebraucht wird, das Handy bleibt im Flur. Schreibt die Aufgaben auf einen Zettel, teilt sie in kleine Stücke und macht nach jedem Stück eine kurze Pause. Bleib in der Nähe, aber setz dich nicht die ganze Zeit daneben.
Wie lange kann sich ein Kind konzentrieren?
Das ist von Kind zu Kind verschieden und hängt von Aufgabe, Tageszeit und Schlaf ab. Feste Minutenwerte nach Alter sind nur grobe Faustregeln. Miss lieber an drei Nachmittagen, wann dein Kind zum ersten Mal abschweift. Plane die Arbeitsportionen etwas kürzer und danach eine kurze Pause.
Welche Konzentrationsübungen eignen sich für Kinder?
Für Kita-Kinder eignen sich Stopp-Tanz, Memory oder Perlen nach Muster. Grundschulkinder mögen „Ich packe meinen Koffer“, Zahlen rückwärts nachsprechen oder Suchbilder. Ältere Kinder können Sudoku, Schach oder Kopfrechen-Ketten probieren. So üben Kinder spielerisch, bei einer Sache zu bleiben. Die Spiele sind ein guter Start und eine schöne Pause. Am meisten hilft aber eine feste Lernroutine.
Konzentrationsschwäche oder ADHS: Woran erkenne ich den Unterschied?
Jedes Kind ist mal unkonzentriert. Bei ADHS sind die Probleme deutlich stärker als bei Gleichaltrigen. Sie zeigen sich zu Hause und in der Schule und belasten zum Beispiel Noten oder Freundschaften. Auch Über- oder Unterforderung kann ähnlich aussehen. Klarheit bringt nur eine Untersuchung, erste Anlaufstelle ist die Kinderarztpraxis.
Mein Kind kann sich nicht konzentrieren. Was tun?
Prüf zuerst die Grundlagen: Schläft dein Kind genug, hat es gegessen, und liegt beim Lernen ein Handy in Sichtweite? Dann hilft ein fester Lernplatz mit kleinen Portionen und Bewegungspausen. Ein Spaziergang im Grünen vor den Hausaufgaben ist einen Versuch wert. Halten die Probleme über Monate an, sprich mit dem Klassenlehrer und der Kinderarztpraxis.
#Konzentration#Hausaufgaben#Konzentrationsübungen#Eltern-Tipps#ADHS#Grundschule und Gymnasium

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