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Die 4 Fälle im Deutschen: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ

Die 4 Fälle im Deutschen einfach erklärt: Fragen, Artikel-Tabelle, Präpositionen und typische Fehler. Mit 15 Übungen, Lösungen und PDF zum Ausdrucken.

Lerntwin-Redaktion
19 Min.
Die 4 Fälle im Deutschen: Nominativ, Genitiv, Dativ, AkkusativKI-generiert

„Kannst du mich mal helfen?“ So einen Satz hörst du oft. Richtig ist er trotzdem nicht. Es heißt: „Kannst du mir helfen?“ Dahinter stecken die vier Fälle. Sie entscheiden, ob du mir oder mich schreibst, dem oder den, der oder des. Hier lernst du die 4 Fälle im Deutschen Schritt für Schritt: mit Fragen, Artikel-Tabelle, Endungen und Präpositionen. Dazu kommen typische Fehler, 15 Übungen mit Lösungen und ein Spickzettel zum Ausdrucken.

Was sind die 4 Fälle im Deutschen?

Ein Nomen ist ein Namenwort wie Hund, Katze oder Buch. Im Satz bleibt es nicht immer gleich. Je nach Aufgabe im Satz ändert sich sein Artikel. Manchmal ändert sich auch die Endung. Diese Formen heißen Fälle. Das Fachwort dafür ist Kasus. Es kommt aus dem Lateinischen. Die Mehrzahl heißt ebenfalls die Kasus.

Schau dir diese vier Sätze an:

  • Der Hund bellt.
  • Das ist der Napf des Hundes.
  • Ich gebe dem Hund einen Ball.
  • Ich sehe den Hund.

Es geht immer um denselben Hund. Trotzdem heißt es einmal der, dann des, dem und den. Genau das sind die vier Fälle: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Die alten deutschen Namen lauten Werfall, Wesfall, Wemfall und Wenfall. Manche Schulbücher nutzen sie noch.

Wer bestimmt den Fall? Meist das Verb, also das Tunwort. Auch eine Präposition, also ein Verhältniswort wie mit oder für, kann den Fall bestimmen. Oder ein anderes Nomen, wie beim Napf des Hundes.

Gut zu wissen: Im Deutschen gibt es nur diese vier Fälle. Andere Sprachen haben mehr. Das Lateinische kennt zum Beispiel noch den Ablativ.

Die 4 Fälle mit Fragen: wer, wessen, wem, wen?

Jeder Fall hat eine eigene Frage. Mit ihr findest du den Fall in den meisten Sätzen. Nach dem Nominativ, Dativ und Akkusativ fragst du mit dem Verb. Beim Genitiv fragst du mit dem Nomen, zu dem er gehört: Wessen Fahrrad? Die Antwort ist das Wort oder die Wortgruppe im gesuchten Fall. Steht eine Präposition davor, bestimmt sie den Fall. Mehr dazu steht weiter unten.

Die 4 Fälle und ihre Fragen
FallFrage
Nominativ, der 1. FallWer oder was?
Genitiv, der 2. FallWessen?
Dativ, der 3. FallWem?
Akkusativ, der 4. FallWen oder was?

Nominativ: Wer oder was?

Der Nominativ ist die Grundform. So steht ein Nomen auch im Wörterbuch: der Hund, die Katze, das Kind. Im Satz ist der Nominativ meist das Subjekt. Das Subjekt sagt, wer oder was etwas tut.

  • Die Katze schläft. Wer oder was schläft? Die Katze.
  • Mein Bruder lacht. Wer lacht? Mein Bruder.

Genitiv: Wessen?

Der Genitiv zeigt meist, wessen Sache etwas ist oder wozu etwas gehört. Er hängt oft an einem anderen Nomen.

  • Das ist das Fahrrad des Lehrers. Wessen Fahrrad? Des Lehrers.
  • Die Farbe der Tasche ist blau. Wessen Farbe? Der Tasche.

Männliche und sächliche Nomen bekommen im Genitiv meist ein -⁠s oder -⁠es: des Lehrers, des Kindes. Bei den meisten Namen hängst du nur ein s an: Mias Buch, Pauls Rad. Endet der Name auf s, z oder x, setzt du stattdessen nur ein Häkchen. Es heißt Apostroph: Max’ Fahrrad.

Dativ: Wem?

Mit der Frage Wem? findest du den Dativ. Oft zeigt er, wer etwas bekommt.

  • Ich gebe dem Hund einen Ball. Wem gebe ich den Ball? Dem Hund.
  • Das Buch gehört der Oma. Wem gehört das Buch? Der Oma.

Bei männlichen und sächlichen Nomen erkennst du den Dativ an dem oder einem. Im Plural, also in der Mehrzahl, endet das Nomen fast immer auf -⁠n: den Kindern.

Akkusativ: Wen oder was?

Mit der Frage Wen oder was? findest du den Akkusativ. Oft ist es die Person oder Sache, mit der etwas passiert.

  • Ich sehe den Hund. Wen oder was sehe ich? Den Hund.
  • Mia liest ein Buch. Was liest Mia? Ein Buch.

Bei männlichen Nomen erkennst du den Akkusativ sofort. Aus der wird den, aus ein wird einen. Bei die und das sehen Nominativ und Akkusativ gleich aus. Dann helfen die Frage und die Probe mit ich und mich. Wie die Probe geht, steht im nächsten Abschnitt.

Merksatz und Reihenfolge

In der Schule zählst du die Fälle meist durch. Der Nominativ ist der erste Fall, der Genitiv der zweite. Der Dativ ist der dritte Fall und der Akkusativ der vierte. Ein Merksatz hilft dir: Nie gab Dora auf. Die Anfangsbuchstaben stehen für Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Manche Bücher ordnen anders. Im Online-Wörterbuch des Duden steht der Genitiv zum Beispiel am Ende. Die vier Fälle sind aber dieselben.

Fälle bestimmen: So erkennst du den Fall

Du willst den Fall eines Nomens bestimmen? Dann geh in drei Schritten vor. Das klappt in fast jedem Satz.

  1. 1

    Verb finden

    Such zuerst das Verb. Es sagt, was passiert: gibt, sieht oder hilft.
  2. 2

    Mit dem Verb fragen

    Frag: Wer oder was gibt? Wem gibt …? Wen oder was gibt …? Die Antwort steht im passenden Fall. Hängt ein Nomen an einem anderen, frag: Wessen …?
  3. 3

    Probe mit ich, mir und mich

    Setz statt der Wortgruppe ich, mir oder mich ein. Bei ich passt du das Verb an: Der Hund bellt. wird zu Ich belle. Passt ich, ist es Nominativ. Passt mir, ist es Dativ. Passt mich, ist es Akkusativ. Passt nichts davon, hängt das Nomen meist an einem anderen. Dann frag: Wessen …?

So sieht das an einem Beispiel aus: Die Lehrerin gibt dem Schüler ein Heft.

  • Wer oder was gibt? Die Lehrerin. Das ist der Nominativ.
  • Wem gibt sie etwas? Dem Schüler. Das ist der Dativ.
  • Was gibt sie? Ein Heft. Das ist der Akkusativ.

Die Probe bestätigt es: Die Lehrerin gibt mir ein Heft. Hier passt mir. Also steht dem Schüler im Dativ. Ich und mich passen an dieser Stelle nicht.

Die 4 Fälle als Tabelle: Artikel in allen Fällen

Der Artikel ist der Begleiter des Nomens. An ihm erkennst du den Fall am schnellsten. Es gibt den bestimmten Artikel der, die, das und den unbestimmten Artikel ein, eine. Welcher Artikel passt, hängt vom Geschlecht des Nomens ab. Es ist männlich (maskulin), weiblich (feminin) oder sächlich (neutral). In der Grammatik heißt das Genus.

Tabelle der Artikel in den 4 Fällen mit den Fragen Wer oder was?, Wessen?, Wem? und Wen oder was?, jeweils für männlich, weiblich, sächlich und Mehrzahl. Bestimmter Artikel: Nominativ der, die, das, die; Genitiv des, der, des, der; Dativ dem, der, dem, den; Akkusativ den, die, das, die. Darunter der unbestimmte Artikel: Nominativ ein, eine, ein; Genitiv eines, einer, eines; Dativ einem, einer, einem; Akkusativ einen, eine, ein; in der Mehrzahl keiner.
Der Artikel verrät oft den Fall. Die Mehrzahl hat keinen unbestimmten Artikel.
Bestimmter Artikel im Singular (Einzahl)
Fallmännlich · weiblich · sächlich
Nominativder Hund · die Katze · das Kind
Genitivdes Hundes · der Katze · des Kindes
Dativdem Hund · der Katze · dem Kind
Akkusativden Hund · die Katze · das Kind
Bestimmter Artikel im Plural (Mehrzahl)
FallMehrzahl
Nominativdie Hunde · die Katzen · die Kinder
Genitivder Hunde · der Katzen · der Kinder
Dativden Hunden · den Katzen · den Kindern
Akkusativdie Hunde · die Katzen · die Kinder
Unbestimmter Artikel: ein, eine
Fallmännlich · weiblich · sächlich
Nominativein Hund · eine Katze · ein Kind
Genitiveines Hundes · einer Katze · eines Kindes
Dativeinem Hund · einer Katze · einem Kind
Akkusativeinen Hund · eine Katze · ein Kind

Fällt dir etwas auf? Weibliche Nomen ändern sich im Singular nie. Nur der Artikel wechselt: die, der, der, die. Im Plural steht im Dativ immer den. Den unbestimmten Artikel gibt es nur in der Einzahl. In der Mehrzahl sagst du einfach Hunde oder mit Hunden.

Auch Adjektive passen sich an. Ein Adjektiv ist ein Wiewort wie klein oder rot. Der Lehrplan der Grundschule in Bayern nennt dazu dieses Beispiel: Das kleine Kind liest. Und: Sie gibt dem kleinen Kind ein Buch.

Endungen: Was sich am Nomen ändert

Meist ändert sich nur der Artikel. Bei den meisten Nomen kommt nur an zwei Stellen eine Endung dazu: im Genitiv Singular und im Dativ Plural. Ein paar männliche Nomen wie der Hase ändern sich öfter. Das steht weiter unten. Das Beugen der Nomen in die Fälle heißt Deklination.

Genitiv: -⁠s oder -⁠es?

  • Männliche und sächliche Nomen bekommen meist -⁠s oder -⁠es: des Hundes, des Lehrers.
  • Endet das Nomen auf einen Zischlaut wie s, ss, z oder tz, kommt -⁠es: des Fuchses, des Glases, des Satzes.
  • Bei Bus und bei Nomen auf -⁠nis verdoppelt sich das s: des Busses, des Zeugnisses.
  • Nach -⁠el, -⁠en und -⁠er kommt nur -⁠s: des Igels, des Gartens, des Lehrers.
  • Bei vielen kurzen Nomen geht beides: des Kindes und des Kinds, des Buches und des Buchs.
  • Weibliche Nomen bekommen im Genitiv keine Endung: der Katze, der Oma.

Einen Apostroph setzt du bei Namen nur selten. Im Genitiv steht er, wenn der Name auf einen s-Laut wie s, z oder x endet: Max’ Fahrrad. Dann darf aber kein Wort wie der oder unser davorstehen. Manchmal steht er auch im Namen eines Geschäfts wie Willi’s Biomarkt. Sonst schreibst du ohne Apostroph: Mias Buch.

Dativ Plural: das -⁠n am Ende

Im Dativ Plural hängst du ein -⁠n an: mit den Kindern, auf den Bäumen, mit den Äpfeln. Endet die Mehrzahl schon auf -⁠n, bleibt sie gleich: den Katzen, den Frauen. Endet sie auf -⁠s, kommt kein -⁠n dazu: den Autos, den Omas.

Besondere Nomen: der Hase, den Hasen

Ein paar männliche Nomen haben eine Besonderheit. Nur in der Grundform fehlt das -⁠n: der Hase. Alle anderen Formen enden auf -⁠n oder -⁠en. Oft sind es Menschen oder Tiere. Fachleute sprechen von schwachen Maskulina oder der en-Deklination.

Der Hase in den 4 Fällen
FallSingular
Nominativder Hase
Genitivdes Hasen
Dativdem Hasen
Akkusativden Hasen

Genauso gehen der Löwe, der Affe, der Bär und der Elefant. Es heißt also: Ich sehe den Löwen. Und: Wir füttern den Affen.

Präpositionen: Welcher Fall kommt nach mit, für und in?

Eine Präposition ist ein Verhältniswort. Sie steht vor einem Nomen. Oft zeigt sie einen Ort, eine Zeit oder einen Grund an: auf dem Tisch, seit Montag, wegen des Regens. Auch mit und für sind Präpositionen. Viele Präpositionen legen den Fall selbst fest. Diese Wörter lernst du am besten auswendig.

Präpositionen mit festem Fall
FallPräpositionen
immer Dativaus, bei, mit, nach, seit, von, zu
immer Akkusativdurch, für, gegen, ohne, um
Genitiv beim Schreibenwegen, während, trotz
  • Ich fahre mit dem Rad. Das ist Dativ.
  • Das Geschenk ist für den Opa. Das ist Akkusativ.
  • Wir bleiben wegen des Regens drinnen. Das ist Genitiv.

Bei wegen, während und trotz hörst du beim Sprechen oft den Dativ: wegen dem Regen. In der Schriftsprache steht der Genitiv: wegen des Regens, während der Pause, trotz des Regens. In Aufsätzen und Arbeiten nimmst du deshalb den Genitiv. Statt wegen mir schreibst du meinetwegen.

Zwei Eselsbrücken

Für den Dativ gibt es einen Reim: Aus, bei, mit, nach, seit, von, zu – fährst immer mit dem Dativ du. Für den Akkusativ merkst du dir das Kunstwort DOGFU. Es steht für durch, ohne, gegen, für und um.

Wechselpräpositionen: Wo oder wohin?

Neun Präpositionen können zwei Fälle haben: an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen. Man nennt sie Wechselpräpositionen. Welcher Fall kommt, verrät dir eine Frage:

  • Fragst du Wo?, kommt der Dativ. Etwas ist an einem Ort oder passiert dort. Das gilt auch, wenn sich etwas dort bewegt: Die Kinder rennen auf dem Hof.
  • Fragst du Wohin?, kommt der Akkusativ. Etwas bewegt sich zu einem Ziel: Die Kinder rennen auf den Hof.

Die Frage Wo oder wohin? hilft nur bei diesen neun Wörtern. Bei zu und nach steht immer der Dativ, auch wenn du Wohin? fragst: Ich gehe zum Arzt. Das Wort zum steht für zu dem.

Wo oder wohin: Der Ball liegt auf dem Tisch (Wo, Dativ) und Ich lege den Ball auf den Tisch (Wohin, Akkusativ), darunter die neun Wechselpräpositionen an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen
Wo ist oder passiert etwas? Dann kommt der Dativ. Wohin geht es, zu welchem Ziel? Dann kommt der Akkusativ.
Wo oder wohin?
Wo? → DativWohin? → Akkusativ
Das Buch liegt auf dem Tisch.Ich lege das Buch auf den Tisch.
Der Hund schläft unter dem Bett.Der Hund kriecht unter das Bett.
Mia ist in der Schule.Mia geht in die Schule.
Das Bild hängt an der Wand.Ich hänge das Bild an die Wand.

Achte auch auf kurze Formen: im steht für in dem, ins für in das. Also: Ich bin im Garten. Aber: Ich gehe ins Kino.

Verben mit Dativ oder Akkusativ

Oft bestimmt das Verb den Fall. Es braucht dann eine Ergänzung im Satz. Diese Ergänzung heißt Objekt. Am häufigsten sind das Dativobjekt und das Akkusativobjekt. Selten gibt es auch ein Genitivobjekt.

  • Mit Akkusativ stehen viele Verben, etwa sehen, fragen und besuchen: Ich sehe dich. Ich frage den Lehrer. Wir besuchen euch.
  • Mit Dativ stehen zum Beispiel helfen, danken, gehören und gefallen: Ich helfe dir. Das Buch gehört mir. Das Bild gefällt mir.
  • Mit Dativ und Akkusativ stehen etwa geben und schenken. Meist steht die Person im Dativ und die Sache im Akkusativ: Ich gebe dem Kind den Ball. Mama schenkt mir ein Buch.

Ein Pronomen ist ein Fürwort. Es steht für ein Nomen, zum Beispiel er für der Hund. Auch Pronomen ändern sich in den Fällen. Viele Fehler passieren bei mir und mich oder dir und dich.

Pronomen im Dativ und Akkusativ
Wer?Wem? · Wen?
ichmir · mich
dudir · dich
erihm · ihn
sieihr · sie
esihm · es
wiruns · uns
ihreuch · euch
sie (Mehrzahl)ihnen · sie

Alle 4 Fälle in einem Satz

Kann ein Satz alle vier Fälle enthalten? Ja. Schau dir diesen Satz an: Die Tochter des Lehrers gibt dem Hund einen Ball.

  • Die Tochter: Wer gibt? → Nominativ
  • des Lehrers: Wessen Tochter? → Genitiv
  • dem Hund: Wem gibt sie etwas? → Dativ
  • einen Ball: Was gibt sie? → Akkusativ
Ein Satz mit allen 4 Fällen: Die Tochter (Nominativ, Wer?) des Lehrers (Genitiv, Wessen?) gibt dem Hund (Dativ, Wem?) einen Ball (Akkusativ, Was?)
Vier Fragen, vier Fälle, ein Satz.

Noch ein Beispiel: Mama schenkt dem Kind das Buch des Opas. Hier steht Mama im Nominativ und dem Kind im Dativ. Das Buch ist Akkusativ, und des Opas ist Genitiv.

Typische Fehler bei den 4 Fällen

Diese Fehler passieren schnell, beim Sprechen wie beim Schreiben. Mit der Frage nach dem Fall findest du sie.

  • Kannst du mich helfen? Richtig ist mir. Das Verb helfen verlangt den Dativ: Kannst du mir helfen?
  • Ich frage dir. Richtig ist dich. Das Verb fragen verlangt den Akkusativ: Ich frage dich.
  • Wir spielen mit die Kinder. Richtig ist mit den Kindern. Nach mit kommt der Dativ, im Plural mit -⁠n.
  • Im Zoo sehen wir den Löwe. Richtig ist den Löwen. Nur die Grundform der Löwe hat kein -⁠n am Ende.
  • Morgen gehe ich in der Schule. Richtig ist in die Schule. Gemeint ist ein Ziel. Bei in und der Frage Wohin? kommt der Akkusativ.
  • Wegen dem Regen fällt Sport aus. So spricht man oft. Im Aufsatz schreibst du den Genitiv: Wegen des Regens fällt Sport aus.
  • Das ist Mia’s Buch. Richtig ist Mias Buch. Vor das s kommt hier kein Apostroph.
  • Ich habe ein Hund. Richtig ist einen Hund. Wen oder was habe ich? Das ist Akkusativ, und Hund ist männlich.

Übungen: die 4 Fälle mit Lösungen

Jetzt bist du dran. Löse erst alle Aufgaben. Schau dann in die Lösungen. Was du selbst aus dem Kopf holst, behältst du besser. Mehr dazu steht im Artikel über aktives Abrufen.

Teil A: Bestimme den Fall der fett gedruckten Wörter.

  1. Der Hund bellt laut.
  2. Mia findet den Ball im Garten.
  3. Das Fahrrad des Lehrers steht vor der Tür.
  4. Ich schenke meinem Bruder ein Spiel.
  5. Wir danken der Oma für den Kuchen.

Teil B: Setz den bestimmten Artikel (der, die, das …) in der richtigen Form ein.

  1. Ich helfe ___ Opa.
  2. Wir spielen mit ___ Kindern.
  3. Das Buch liegt auf ___ Tisch.
  4. Ich lege das Heft in ___ Tasche.
  5. Wegen ___ Regens bleiben wir drinnen.

Teil C: für Profis

  1. Finde den Fehler: Der Tierpfleger füttert den Elefant.
  2. Finde den Fehler: Das neue Spiel gefällt mich.
  3. Setz ich in der richtigen Form ein: Das Fahrrad gehört ___.
  4. Setz mir oder mich ein: Opa besucht ___ morgen.
  5. Bestimme alle vier Fälle: Der Sohn der Lehrerin zeigt dem Freund das Heft.

Lösungen mit Begründung

  1. Nominativ. Wer oder was bellt? Der Hund.
  2. Akkusativ. Wen oder was findet Mia? Den Ball.
  3. Genitiv. Wessen Fahrrad? Des Lehrers.
  4. Dativ. Wem schenke ich ein Spiel? Meinem Bruder.
  5. Dativ. Wem danken wir? Der Oma. Das Verb danken verlangt den Dativ. Bei weiblichen Nomen heißt der Artikel im Dativ der.
  6. dem. Das Verb helfen verlangt den Dativ: Ich helfe dem Opa.
  7. den. Nach mit kommt der Dativ. Im Plural heißt er den Kindern.
  8. dem. Wo liegt das Buch? Auf dem Tisch. Bei auf und der Frage Wo? kommt der Dativ.
  9. die. Wohin lege ich das Heft? In die Tasche. Bei in und der Frage Wohin? kommt der Akkusativ.
  10. des. Das Wort wegen steht in der Schriftsprache mit dem Genitiv: wegen des Regens.
  11. Richtig ist den Elefanten. Elefant geht wie Löwe: Nur die Grundform der Elefant endet ohne -⁠en.
  12. Richtig ist mir: Das neue Spiel gefällt mir. Das Verb gefallen verlangt den Dativ.
  13. mir. Wem gehört das Fahrrad? Mir. Das Verb gehören verlangt den Dativ.
  14. mich. Wen besucht Opa? Mich. Das Verb besuchen verlangt den Akkusativ.
  15. Nominativ: Der Sohn (Wer zeigt?). Genitiv: der Lehrerin (Wessen Sohn?). Dativ: dem Freund (Wem zeigt er etwas?). Akkusativ: das Heft (Was zeigt er?).

So übt ihr die 4 Fälle zu Hause

Grammatik wird leichter, wenn sie im Alltag vorkommt. Diese Ideen brauchen nur ein paar Minuten:

  • Wo oder wohin? Versteckt einen Ball im Zimmer. Fragt: Wo ist der Ball? Unter dem Tisch. Dann: Wohin legst du ihn? Auf das Sofa.
  • Fall-Detektiv beim Vorlesen. Sucht euch einen Satz aus dem Buch aus. Fragt gemeinsam: Wer? Wem? Wen? Tipps fürs Vorlesen stehen im Artikel Kind liest nicht gerne.
  • Mir oder mich? Schreibt kurze Sätze auf Karten: Hilf ___! oder Ruf ___ an! Das Kind setzt mir oder mich ein.
  • Fünf Sätze am Tag. Lieber jeden Tag kurz als einmal lang. Warum das wirkt, erklärt der Artikel zu Spaced Repetition.
  • Richtig wiederholen statt verbessern. Sagt das Kind Gib mich den Ball, antwortet einfach: Klar, ich gebe dir den Ball. So hört es die richtige Form ganz nebenbei.

Wann kommen die Fälle in der Schule dran? Das regelt jedes Bundesland selbst. In Bayern stehen sie im Lehrplan der Grundschule für die Klassen 3 und 4. In Klasse 5 geht es dort an Mittelschule, Realschule und Gymnasium weiter. Dann unterscheiden die Schüler zum Beispiel Dativobjekt und Akkusativobjekt.

Eine Mutter übt mit ihrem Sohn am Tisch mit Heften, der Lerntwin-Fuchs sitzt daneben und schaut zuKI-generiert
Ein paar Minuten am Tag reichen, wenn ihr dranbleibt.

Spickzettel: die 4 Fälle zum Ausdrucken

Spickzettel zu den 4 Fällen: Fragen, Artikel-Tabelle, Präpositionen mit Dativ und Akkusativ, Wo oder wohin und die Probe mit ich, mir und mich
Das Wichtigste zu den 4 Fällen auf einer Seite.

Spickzettel zu den 4 Fällen als PDF herunterladen. Er passt auf eine Seite: Fragen, Artikel-Tabelle, Präpositionen und fünf kurze Übungen mit Lösungen.

Du willst weiter an deinem Deutsch feilen? Dann lies, wie du das oder dass sicher unterscheidest. Wo ein Komma hingehört, zeigt der Artikel zu den Kommaregeln.

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Quellen & weiterführende Literatur

  1. 1.IDS Mannheim, grammis: Kasus (Lernbaustein). Fall durch Verb, Präposition oder Nomen bestimmt, Ersetzungsprobe mit ich, mich und mir, Genitiv -⁠s/-⁠es, Dativ Plural -⁠n, schwache Maskulina wie Löwe.
  2. 2.IDS Mannheim, grammis: Indefiniter Artikel. Formen von ein und eine in allen Fällen, keine Pluralformen.
  3. 3.IDS Mannheim, grammis: Lokale und direktive Präpositionen. Kasuswechsel nur bei an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen; zu mit Dativ auch bei einem Ziel (zum Bahnhof).
  4. 4.IDS Mannheim, grammis: Wechselpräpositionen (Wo? Wohin?, Bewegung an einem Ort mit Dativ) sowie Präpositionen mit Dativ (ab, mit, von, aus) und mit Akkusativ (für, gegen, ohne, um).
  5. 5.IDS Mannheim, grammis: Präposition. Verhältniswort, Rektion (mit + Dativ, ohne + Akkusativ), wegen mit Genitiv oder umgangssprachlich mit Dativ, Kurzformen wie im und ins.
  6. 6.IDS Mannheim, grammis: Präposition, Terminologie (nach und zu mit Dativ, durch und ohne mit Akkusativ, während mit Genitiv).
  7. 7.Duden online: Kasus, das Fachwort für Fall (Mehrzahl: die Kasus).
  8. 8.Duden online: Werfall, der erste Fall (Nominativ). Wesfall, Wemfall und Wenfall stehen dort als eigene Einträge.
  9. 9.Duden online: Ablativ, ein Fall in bestimmten Sprachen (Wort aus dem Lateinischen).
  10. 10.Duden online: Deklination von Hund (der Hund, des Hundes, dem Hund, den Hund).
  11. 11.Duden online: Deklination von Elefant (des Elefanten, dem Elefanten, den Elefanten).
  12. 12.Duden, Sprachratgeber: Genitiv auf -⁠s oder -⁠es.
  13. 13.Duden online: Bus (Genitiv des Busses, mit Doppel-s).
  14. 14.Duden, Rechtschreibregeln: Apostroph, D 16 (Grass’ Blechtrommel, Marx’ Philosophie, aber Willis Karotten).
  15. 15.Duden online: wegen (Genitiv in der geschriebenen Standardsprache, wegen mir umgangssprachlich).
  16. 16.Duden online: trotz (Präposition mit Genitiv, regional auch mit Dativ).
  17. 17.Duden online: ich, mit den Formen mir (Dativ) und mich (Akkusativ).
  18. 18.Duden online: helfen (jemandem helfen, mit Dativ).
  19. 19.Duden online: gefallen (das Bild gefällt mir).
  20. 20.ISB Bayern, LehrplanPLUS Grundschule Deutsch 3/4, Lernbereich 4: Veränderungen des Falls bei Artikeln, Nomen und Adjektiven.
  21. 21.ISB Bayern, LehrplanPLUS Mittelschule Deutsch 5: Satzglieder, darunter Genitiv-, Dativ- und Akkusativobjekt.
  22. 22.ISB Bayern, LehrplanPLUS Realschule Deutsch 5: Kasus, Dativ- und Akkusativobjekt.
  23. 23.ISB Bayern, LehrplanPLUS Gymnasium Deutsch 5: Satzglieder, darunter Dativ- und Akkusativobjekt.
  24. 24.Cambridge Dictionary, Grammar: Personalpronomen mit Subjekt- und Objektform (I und me, he und him).
  25. 25.Cambridge Dictionary: accusative, englisch für Akkusativ. Nominative, genitive und dative stehen dort als eigene Einträge.

Häufige Fragen

Wie heißen die 4 Fälle im Deutschen?
Die 4 Fälle heißen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. In der Schule zählt man sie meist als 1. bis 4. Fall. Das Fachwort für Fall ist Kasus. Die alten deutschen Namen lauten Werfall, Wesfall, Wemfall und Wenfall.
Wie erkenne ich Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ?
Bei Nominativ, Dativ und Akkusativ fragst du mit dem Verb: „Wer oder was?“ zeigt den Nominativ, „Wem?“ den Dativ und „Wen oder was?“ den Akkusativ. Den Genitiv findest du mit „Wessen?“ und dem Nomen, zu dem er gehört, etwa „Wessen Fahrrad?“. Zur Probe setzt du ich, mir oder mich ein und passt bei ich das Verb an. Passt ich, ist es Nominativ. Passt mir, ist es Dativ. Passt mich, ist es Akkusativ.
Gibt es einen Merksatz für die 4 Fälle?
Ja, zum Beispiel: Nie gab Dora auf. Die Anfangsbuchstaben N, G, D und A stehen für Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Für die Präpositionen mit Dativ hilft der Reim: Aus, bei, mit, nach, seit, von, zu – fährst immer mit dem Dativ du.
In welcher Reihenfolge stehen die 4 Fälle?
In der Schule gilt meist: 1. Fall Nominativ, 2. Fall Genitiv, 3. Fall Dativ, 4. Fall Akkusativ. Manche Bücher ordnen anders, etwa die Tabellen im Online-Wörterbuch des Duden: Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv. Die Fälle selbst bleiben gleich.
In welcher Klasse lernt man die 4 Fälle?
Das regelt jedes Bundesland selbst. In Bayern stehen die Fälle im Lehrplan der Grundschule für die Klassen 3 und 4. In Klasse 5 geht es an Mittelschule, Realschule und Gymnasium weiter, zum Beispiel mit Dativobjekt und Akkusativobjekt.
Wie heißen die 4 Fälle auf Englisch?
Auf Englisch heißen sie nominative, genitive, dative und accusative. Im Englischen selbst bleibt der Artikel the immer gleich. Unterschiede siehst du vor allem bei Pronomen, etwa bei I und me oder he und him.
#4 Fälle#Grammatik#Deutsch#Nominativ#Dativ#Akkusativ#Übungen

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