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Französische Revolution Zusammenfassung: Ursachen, Ablauf, Folgen

Die Französische Revolution einfach erklärt: Ursachen, die 3 Phasen von 1789 bis 1799, Folgen und wichtige Daten, mit Aufgaben und Zeitstrahl als PDF.

Lerntwin-Redaktion
16 Min.
Französische Revolution Zusammenfassung: Ursachen, Ablauf, FolgenKI-generiert

Morgen schreibst du Geschichte, und im Buch stehen zwanzig Seiten über die Französische Revolution. Wo fängst du an? Hier bekommst du alles Wichtige auf einen Blick. Erst kommt eine Zusammenfassung in 5 Sätzen. Dann folgen die Ursachen, die 3 Phasen von 1789 bis 1799 und die Folgen bis heute. Dazu gibt es Übungsaufgaben mit Lösungen, typische Fehler und einen Zeitstrahl als PDF.

Französische Revolution: Zusammenfassung in 5 Sätzen

Du hast wenig Zeit? Dann lies nur diese fünf Sätze:

  1. 1789 war Frankreich hoch verschuldet, und viele Menschen konnten sich kaum noch Brot leisten.
  2. König Ludwig XVI. rief deshalb die Generalstände ein, eine Versammlung aller drei Stände.
  3. Die Abgeordneten des Dritten Standes erklärten sich zur Nationalversammlung und forderten eine Verfassung.
  4. Am 14. Juli 1789 stürmten Pariser die Bastille. Danach fielen die Vorrechte von Adel und Kirche, und die Menschen- und Bürgerrechte wurden verkündet.
  5. Es folgten eine Verfassung mit König, die Republik mit der Schreckensherrschaft und das Direktorium, bis Napoleon Bonaparte 1799 die Macht übernahm.

Die Französische Revolution einfach erklärt

Stell dir ein Land vor, in dem ein König allein bestimmt. Er macht die Gesetze, er legt die Steuern fest, und niemand darf ihm widersprechen. So war es in Frankreich vor 1789. Diese Herrschaft nennt man Absolutismus. Der König sah seine Macht als von Gott gegeben an.

Die Menschen waren in drei Gruppen eingeteilt, die Stände. In welchen Stand du geboren wurdest, darin bliebst du meist dein Leben lang:

  • Der Erste Stand war der Klerus, also die Geistlichen der katholischen Kirche.
  • Der Zweite Stand war der Adel.
  • Zum Dritten Stand gehörten alle anderen: Bauern, Handwerker, Arbeiter und reiche Bürger wie Kaufleute, Ärzte und Anwälte.

Die ersten beiden Stände hatten Vorrechte, auch Privilegien genannt. Sie zahlten zum Beispiel keine direkten Steuern. Die Hauptlast trugen die Bauern. Sie zahlten dazu noch Abgaben an ihre Grundherren und an die Kirche. Das war nicht fair, und das wussten viele.

Eine Revolution ist ein schneller, tiefer Umsturz. Die alte Ordnung wird ganz neu gebaut. Genau das passierte zwischen 1789 und 1799. Am Ende gab es keinen absoluten König und keine Stände mehr. Stattdessen sollten Rechte für jeden Bürger gelten. Bekannt ist der Wahlspruch der Revolution bis heute: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Ständepyramide vor 1789: oben der König, darunter der Erste Stand (Klerus) und der Zweite Stand (Adel) mit Vorrechten, unten der Dritte Stand mit mindestens 96 Prozent der Menschen, der die Steuern trägt
Die Ständegesellschaft vor 1789: Wenige hatten Vorrechte, der Dritte Stand trug die Last.

Ursachen der Französischen Revolution: Warum 1789?

Eine Revolution hat fast nie nur eine Ursache. In der Geschichtsarbeit sollst du deshalb oft mehrere nennen und erklären, wie sie zusammenwirken. Fachleute sagen dazu multikausal, also mit vielen Ursachen.

1. Die Ständegesellschaft war ungerecht

Der Dritte Stand war riesig. Seine Vertreter sprachen 1789 für mindestens 96 Prozent der Franzosen. Allein die Bauern stellten etwa vier Fünftel der Bevölkerung. Trotzdem hatte der Dritte Stand politisch kaum etwas zu sagen.

Besonders die reichen Bürger ärgerte das. Sie waren gebildet, hatten Geld und arbeiteten als Kaufleute, Ärzte oder Anwälte. Wichtige Ämter blieben aber meist dem Adel vorbehalten. Der Geistliche Abbé Sieyès fasste die Wut Anfang 1789 in einer berühmten Flugschrift zusammen: „Was ist der Dritte Stand? Alles. Was war er bisher? Nichts. Was verlangt er? Etwas zu sein.“

2. Der Staat war pleite

Frankreich hatte teure Kriege geführt, zuletzt half es den Amerikanern im Unabhängigkeitskrieg gegen Großbritannien. Kurz vor der Revolution standen Einnahmen von 503 Millionen Livres Ausgaben von 620 Millionen gegenüber. Der Livre war die damalige Währung. Die Hälfte der Ausgaben ging allein für Zinsen und die Rückzahlung von Schulden drauf. Der Hof in Versailles kostete dagegen nur etwa 6 Prozent.

Mehrere Finanzminister wollten auch Adel und Kirche besteuern. Doch die Privilegierten blockierten jede Reform. Am Ende musste der König die Generalstände einberufen, die seit 1614 nicht mehr getagt hatten. Nur sie konnten neuen Steuern zustimmen.

3. Brot wurde unbezahlbar

1788 gab es eine schlimme Missernte, also eine sehr schlechte Ernte. Das Brot wurde so teuer wie nie zuvor im 18. Jahrhundert. Handwerker in den Städten mussten etwa die Hälfte ihres Einkommens allein für Brot ausgeben. Für viele Familien ging es ums Überleben. Wer Hunger hat, wird wütend. Diese Not trieb im Sommer 1789 viele Menschen auf die Straße.

4. Neue Ideen: die Aufklärung

Die Aufklärung war eine Denkbewegung im 18. Jahrhundert. Ihre Idee: Menschen sollen mit ihrem eigenen Verstand denken, statt alles zu glauben, was König und Kirche sagen. Drei französische Denker sind für die Arbeit wichtig:

  • Montesquieu forderte 1748 die Gewaltenteilung. Gesetze machen, regieren und richten sollen getrennte Stellen übernehmen.
  • Rousseau schrieb 1762, dass die Macht vom Volk ausgeht. Das nennt man Volkssouveränität.
  • Voltaire kritisierte die Macht der Kirche und forderte Toleranz.

Dazu kam ein Vorbild: 1776 hatten sich die amerikanischen Kolonien von Großbritannien unabhängig erklärt, mit Rechten für jeden Bürger. Französische Soldaten, die dort mitgekämpft hatten, brachten diese Ideen mit nach Hause.

Für die Arbeit: lang- und kurzfristige Ursachen

Langfristig wirkten die Ständegesellschaft, der Absolutismus und die Ideen der Aufklärung. Kurzfristig kamen die Staatspleite, die Missernte von 1788 mit dem teuren Brot und die Einberufung der Generalstände 1789 dazu. Erst zusammen machten sie den Umsturz möglich.

Ablauf: Die 3 Phasen der Französischen Revolution

Die zehn Jahre teilt man meist in drei Phasen ein. Nicht jedes Schulbuch zieht die Grenzen genau gleich. Schau im Zweifel nach, wie es in deinem Buch steht.

Die 3 Phasen der Französischen Revolution: Phase 1 von 1789 bis 1792 konstitutionelle Monarchie, Phase 2 von 1792 bis 1794 Republik und Schreckensherrschaft, Phase 3 von 1795 bis 1799 Direktorium, danach Napoleon
Vom König mit Verfassung über die Republik bis zum Direktorium: die drei Phasen im Überblick.

Phase 1 (1789–1792): Vom König zur Verfassung

Am 5. Mai 1789 kamen die Generalstände in Versailles zusammen. Gleich gab es Streit. Es ging um die Frage, wie abgestimmt wird. Hätte jeder Stand nur eine Stimme gehabt, hätten Adel und Klerus den Dritten Stand immer zwei zu eins überstimmt. Der Dritte Stand wollte deshalb nach Köpfen abstimmen.

Die wichtigsten Ereignisse der ersten Phase:

  1. 1

    17. Juni 1789: Nationalversammlung

    Die Abgeordneten des Dritten Standes erklären sich zur Nationalversammlung. Die Revolutionäre sagen damit: Wir vertreten die ganze Nation. Bald schließen sich ihnen Geistliche und einige Adlige an.
  2. 2

    20. Juni 1789: Ballhausschwur

    Ihr Sitzungssaal ist gesperrt. Darum treffen sich die Abgeordneten in einer Halle für ein Ballspiel, dem Ballhaus. Dort schwören sie, nicht auseinanderzugehen, bevor Frankreich eine Verfassung hat.
  3. 3

    14. Juli 1789: Sturm auf die Bastille

    Die Bastille war eine Festung und ein Gefängnis in Paris. Eine Menge stürmt sie, um an die Munition darin zu kommen. Die Bastille gilt als Zeichen für die Willkür des Königs. Heute ist der 14. Juli Nationalfeiertag in Frankreich.
  4. 4

    4./5. August 1789: Ende der Vorrechte

    In einer Nachtsitzung schafft die Nationalversammlung die Leibeigenschaft und die Steuerfreiheit von Adel und Kirche ab. Die Stände sind damit am Ende.
  5. 5

    26. August 1789: Menschen- und Bürgerrechte

    Die Nationalversammlung verkündet die Rechte, die jeder Mensch hat. Mehr dazu weiter unten.
  6. 6

    5./6. Oktober 1789: Zug nach Versailles

    Tausende Menschen, vor allem Frauen aus Paris, ziehen wegen der Brotnot nach Versailles. Der König muss mit seiner Familie nach Paris umziehen.
  7. 7

    Juni 1791: Flucht nach Varennes

    Der König will heimlich ins Ausland fliehen. Bei Varennes wird er erkannt und zurückgebracht. Viele Franzosen vertrauen ihm danach nicht mehr.
  8. 8

    September 1791: Verfassung

    Frankreich wird eine konstitutionelle Monarchie. Der König bleibt, aber eine Verfassung begrenzt seine Macht. Die Gesetze macht eine gewählte Versammlung. Wählen dürfen allerdings nur Männer, die genug Steuern zahlen.

Konstitutionelle Monarchie heißt: ein König mit Verfassung. Das Wort Konstitution bedeutet Verfassung. Der König steht nicht mehr über dem Gesetz. Er muss sich an die Regeln halten, so wie alle. Die Gewalten sind geteilt, so wie es Montesquieu gefordert hatte.

Phase 2 (1792–1794): Republik und Schreckensherrschaft

Im April 1792 erklärte Frankreich Österreich den Krieg. Bald kämpfte auch Preußen gegen Frankreich. Die Lage wurde bedrohlich, und in Paris wuchs das Misstrauen gegen den König. Am 10. August 1792 stürmten Aufständische sein Schloss in Paris, die Tuilerien. Der König wurde abgesetzt und gefangen genommen.

Jetzt wählten alle Männer ein neues Parlament, den Nationalkonvent. Am 21. September 1792 schaffte er das Königtum ab. Frankreich war eine Republik, ein Staat ohne König. Ludwig XVI. wurde wegen Verrats angeklagt. Am 21. Januar 1793 wurde er in Paris mit der Guillotine hingerichtet, einem Fallbeil.

Danach übernahmen die Jakobiner die Führung, eine radikale Gruppe um Maximilien de Robespierre. Sie regierten mit einem kleinen Ausschuss, dem Wohlfahrtsausschuss. Gegen Feinde von außen und innen setzten sie auf Angst. Diese Zeit von 1793 bis 1794 heißt Schreckensherrschaft. Wer als Feind der Revolution galt, konnte verhaftet und hingerichtet werden. Zehntausende Menschen starben, unter ihnen auch Königin Marie Antoinette.

Am Ende fürchteten sogar andere Revolutionäre um ihr Leben. Sie stürzten Robespierre, und am 28. Juli 1794 wurde er selbst hingerichtet. Die Schreckensherrschaft war vorbei. Doch Ruhe kam noch lange nicht.

Eine Mutter und ihr Sohn hängen Bildkarten als Zeitstrahl an eine Schnur an der Wand, der Lerntwin-Fuchs reicht eine Karte anKI-generiert
Ein Zeitstrahl aus eigenen Karten hilft, die drei Phasen in die richtige Reihenfolge zu bringen.

Phase 3 (1795–1799): Direktorium und Napoleon

1795 bekam Frankreich eine neue Verfassung. Regiert wurde nun von fünf Männern, dem Direktorium. Wählen durften wieder nur Männer mit Besitz. Das Direktorium hatte es schwer. Der Krieg ging weiter, und das Geld verlor an Wert. Gegner von links und rechts planten Aufstände.

In dieser Zeit wurde ein junger General berühmt: Napoleon Bonaparte. Er gewann wichtige Schlachten, zum Beispiel in Italien. Am 9. November 1799 übernahm er mit einem Staatsstreich die Macht. So nennt man einen Umsturz von oben, oft mit Hilfe des Militärs. Napoleon wurde Erster Konsul und regierte ab jetzt fast allein. Damit endete die Französische Revolution. 1804 krönte er sich sogar zum Kaiser.

Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte

Am 26. August 1789 verkündete die Nationalversammlung die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte. Sie hat 17 Artikel. Berühmt ist der erste: „Die Menschen sind und bleiben von Geburt frei und gleich an Rechten“. Das war ein klarer Bruch mit der alten Ordnung. Nicht mehr die Geburt sollte zählen. Alle Bürger sollten die gleichen Rechte haben.

Die wichtigsten Rechte und was sie bedeuten
ArtikelWas er bedeutet
Artikel 1: frei und gleichKein Mensch hat durch Geburt mehr Rechte.
Artikel 2: natürliche RechteFreiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung
Artikel 3: Macht der NationAlle Macht geht von der Nation aus, nicht vom König.
Artikel 6: gleiches GesetzDas Gesetz gilt für alle gleich.
Artikel 10 und 11: MeinungDu darfst deine Meinung und deinen Glauben frei äußern.
Artikel 16: GewaltenteilungOhne Gewaltenteilung gibt es keine echte Verfassung.

Die Erklärung galt aber nicht für alle gleich. Frauen bekamen keine politischen Rechte. Die Schriftstellerin Olympe de Gouges schrieb deshalb 1791 eine eigene „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“. 1793 wurde sie hingerichtet. In den französischen Kolonien schaffte der Nationalkonvent die Sklaverei erst 1794 ab, Napoleon führte sie 1802 wieder ein. Solche Lücken fragen Lehrer gern ab.

Wichtige Personen und Begriffe

Wer war wer?
PersonRolle
Ludwig XVI.König ab 1774, 1793 hingerichtet
Marie AntoinetteKönigin aus Österreich, 1793 hingerichtet
Abbé SieyèsGeistlicher, Flugschrift „Was ist der Dritte Stand?“
Maximilien de RobespierreAnführer der Jakobiner, 1794 hingerichtet
Olympe de Gougesforderte 1791 gleiche Rechte für Frauen
Napoleon BonaparteGeneral, ab 1799 an der Macht, 1804 Kaiser
Begriffe, die du kennen solltest
BegriffBedeutung
Ancien Régime„alte Ordnung“ vor 1789: absoluter König und Stände
GeneralständeVersammlung der drei Stände, 1789 zum ersten Mal seit 1614
NationalversammlungVertretung der ganzen Nation, ab 17. Juni 1789
Konstitutionelle MonarchieKönig mit Verfassung und begrenzter Macht
NationalkonventParlament ab 1792, rief die Republik aus
Jakobinerradikale Gruppe um Robespierre
Girondistengemäßigtere Gruppe, viele aus der Gegend um Bordeaux
Sansculotteneinfache Leute aus Paris, „ohne Kniebundhosen“
DirektoriumRegierung aus fünf Direktoren, 1795–1799

Der Name Sansculotten heißt wörtlich „ohne Kniebundhosen“. Die reichen Männer trugen kurze Hosen mit Strümpfen, die einfachen Leute lange Hosen. Die Guillotine ist nach dem Arzt Joseph-Ignace Guillotin benannt. Er hatte vorgeschlagen, dass alle Verurteilten auf dieselbe Art hingerichtet werden, egal aus welchem Stand.

Folgen der Französischen Revolution: Was bis heute bleibt

Die Revolution war blutig und endete mit einem Alleinherrscher. Trotzdem hat sie viel bewirkt. Vieles davon gilt bis heute:

  • Gleichheit vor dem Gesetz: Die Stände und ihre Vorrechte waren abgeschafft. Nicht mehr die Geburt entschied über deine Rechte.
  • Menschenrechte: Die Erklärung von 1789 wurde zum Vorbild für viele spätere Verfassungen. Auch das deutsche Grundgesetz garantiert Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und Meinungsfreiheit.
  • Macht des Volkes: Die Idee, dass die Macht vom Volk ausgeht, prägt bis heute jede Demokratie.
  • Gleiche Gesetze: Napoleon schuf 1804 mit dem Code civil ein Gesetzbuch mit gleichen Regeln für alle Bürger. Es galt später auch in Teilen Deutschlands, etwa im Rheinland.
  • Nation: Die Menschen fühlten sich als Franzosen, nicht mehr als Untertanen. Die blau-weiß-rote Flagge, die Trikolore, und die Hymne, die Marseillaise, stammen aus dieser Zeit.
  • Meter und Kilogramm: Auch das metrische System wurde in der Revolution beschlossen.

Es gab aber auch dunkle Folgen: die Gewalt der Schreckensherrschaft und Kriege, die bis 1815 fast ganz Europa erfassten.

Ein Mädchen hält eine kleine blau-weiß-rote Flagge und erklärt ihrer Mutter am Küchentisch etwas, der Lerntwin-Fuchs hört zuKI-generiert
Blau, Weiß, Rot: Die Trikolore stammt aus der Zeit der Revolution.

Typische Fehler in der Geschichtsarbeit

Diese sechs Fehler kosten in Klassenarbeiten immer wieder Punkte:

  • Falsch: Die Revolution begann mit dem Sturm auf die Bastille. Richtig: Sie begann schon im Mai und Juni 1789 mit den Generalständen und dem Ballhausschwur. Die Bastille ist nur das bekannteste Symbol.
  • Falsch: In der Bastille saßen viele politische Gefangene. Richtig: Es waren nur sieben Gefangene. Keiner saß aus politischen Gründen dort.
  • Falsch: Der Luxus von Versailles hat Frankreich ruiniert. Richtig: Der Hof kostete nur etwa 6 Prozent der Ausgaben. Die Hälfte ging für Zinsen und Schulden drauf.
  • Falsch: Marie Antoinette sagte, dann sollen die Leute doch Kuchen essen. Richtig: Dafür gibt es keinen Beleg. Der Satz steht schon in einem Buch von Rousseau. Als er ihn schrieb, war Marie Antoinette erst neun Jahre alt.
  • Falsch: Mit Robespierres Tod war die Revolution zu Ende. Richtig: Nach ihm kam noch das Direktorium. Die Revolution endete erst 1799 mit Napoleons Staatsstreich.
  • Falsch: Ab 1789 hatten alle Menschen die gleichen Rechte. Richtig: Frauen blieben ausgeschlossen. Die Sklaverei in den Kolonien wurde erst 1794 abgeschafft.

Zeitstrahl: Die wichtigsten Daten der Französischen Revolution

Die Französische Revolution in Daten
DatumEreignis
5. Mai 1789Generalstände in Versailles
17. Juni 1789Dritter Stand wird Nationalversammlung
20. Juni 1789Ballhausschwur
14. Juli 1789Sturm auf die Bastille
4./5. August 1789Ende der Vorrechte
26. August 1789Menschen- und Bürgerrechte
Juni 1791Flucht des Königs nach Varennes
September 1791Verfassung, konstitutionelle Monarchie
April 1792Krieg gegen Österreich
21. September 1792Frankreich wird Republik
21. Januar 1793Hinrichtung von Ludwig XVI.
1793–1794Schreckensherrschaft der Jakobiner
28. Juli 1794Hinrichtung Robespierres
1795Direktorium
9. November 1799Staatsstreich Napoleons, Ende der Revolution

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Spickzettel Französische Revolution: Ursachen, Zeitstrahl von 1789 bis 1799 mit den wichtigsten Daten, die 3 Phasen und die Folgen
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Übungsaufgaben zur Französischen Revolution mit Lösungen

Jetzt bist du dran. Die Aufgaben werden nach unten schwerer, die letzte ist für Ältere. Überleg zuerst selbst und schau erst dann nach. Was du selbst aus dem Kopf holst, bleibt besser hängen. Warum das so ist, erklärt der Artikel über aktives Abrufen.

  1. Nenne die drei Stände. Welcher Stand trug die Hauptlast der Steuern?
  2. Nenne zwei langfristige und zwei kurzfristige Ursachen der Revolution.
  3. Was schworen die Abgeordneten am 20. Juni 1789 im Ballhaus?
  4. Warum wurde der Sturm auf die Bastille zum Symbol, obwohl dort nur sieben Gefangene saßen?
  5. Was ist eine konstitutionelle Monarchie? Seit wann war Frankreich eine?
  6. Bring in die richtige Reihenfolge: Hinrichtung von Ludwig XVI., Ballhausschwur, Staatsstreich Napoleons, Erklärung der Menschenrechte.
  7. Wer waren die Jakobiner, und was war die Schreckensherrschaft?
  8. Nenne drei Rechte aus der Erklärung von 1789.
  9. Für wen galten diese Rechte 1789 noch nicht?
  10. Für Ältere: Erkläre, warum man die Französische Revolution „multikausal“ nennt.

Lösungen

  1. Erster Stand: Klerus, Zweiter Stand: Adel, Dritter Stand: alle anderen. Die Hauptlast trug der Dritte Stand, vor allem die Bauern.
  2. Langfristig zum Beispiel die Ständegesellschaft, der Absolutismus oder die Aufklärung. Kurzfristig die Staatspleite, die Missernte von 1788 mit dem teuren Brot oder die Einberufung der Generalstände.
  3. Sie schworen, nicht auseinanderzugehen, bevor Frankreich eine Verfassung hat.
  4. Die Bastille stand für die Willkür des Königs, der Menschen ohne Urteil einsperren lassen konnte. Ihr Fall zeigte, dass das Volk sich gegen die alte Macht wehrt.
  5. Ein König mit Verfassung, dessen Macht begrenzt ist. Frankreich war es ab der Verfassung vom September 1791 bis zur Republik 1792.
  6. Ballhausschwur (Juni 1789), Menschenrechte (August 1789), Hinrichtung des Königs (Januar 1793), Staatsstreich Napoleons (November 1799).
  7. Die Jakobiner waren eine radikale Gruppe um Robespierre. In der Schreckensherrschaft 1793–1794 ließen sie vermeintliche Feinde der Revolution verhaften und hinrichten.
  8. Zum Beispiel Freiheit, Eigentum, Sicherheit, Gleichheit vor dem Gesetz und Meinungsfreiheit.
  9. Frauen bekamen keine politischen Rechte. Für die Sklaven in den Kolonien galten sie bis 1794 nicht.
  10. Weil viele Ursachen zusammenkamen: Ungerechtigkeit der Stände, Staatsschulden, Hunger und neue Ideen. Keine allein hätte gereicht. Erst zusammen, ausgelöst durch die Generalstände 1789, führten sie zum Umsturz.

In welcher Klasse lernt man die Französische Revolution, und wie lernst du sie?

Das regelt jedes Bundesland in seinem Lehrplan selbst. Ein Beispiel ist das Gymnasium in Bayern. Dort steht sie in der 8. Klasse im Lernbereich „Aufklärung, Französische Revolution und Napoleon“, mit etwa zehn Stunden. Du sollst dort unter anderem Ursachen herausarbeiten und kurz- und langfristige Folgen erklären. In der Oberstufe kann das Thema noch einmal vertieft vorkommen.

So bleibt das Thema hängen:

  • Zeichne den Zeitstrahl aus dem Kopf. Schreib die Daten auf, ohne nachzuschauen. Dann vergleich mit der Tabelle oben.
  • Erklär es laut. Erklär einer anderen Person in eigenen Worten, warum es 1789 zur Revolution kam. Wo du stockst, fehlt noch etwas. So funktioniert die Feynman-Technik.
  • Verteil das Lernen. Wiederhol die Daten an drei Tagen kurz, statt einmal lang. Warum, steht im Artikel zu Spaced Repetition.
  • Plan die Arbeit. Wie du den Stoff auf eine Woche verteilst, zeigt der Plan Klausur in 7 Tagen.

Hakt es in Geschichte, hilft Lerntwin. Es erklärt Schritt für Schritt und fragt nach, statt die Lösung vorzusagen. Sitzt etwas nicht, erklärt es noch mal anders, zum Beispiel mit einem neuen Vergleich. So funktioniert Lerntwin.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. 1.Wikipedia: Französische Revolution (Ursachen, Staatsfinanzen, Brotpreise, Ablauf, Phasen, Direktorium, Staatsstreich 1799).
  2. 2.Wikipedia: Sturm auf die Bastille (Munition, sieben Gefangene, Nationalfeiertag seit 1880).
  3. 3.Wikipedia: Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (17 Artikel, Wortlaut, Olympe de Gouges).
  4. 4.Planet Wissen (WDR): Die Französische Revolution.
  5. 5.Wikipedia: Let them eat cake (Herkunft des „Kuchen“-Satzes bei Rousseau, kein Beleg für Marie Antoinette).
  6. 6.Wikipedia: Metrisches System (Einführung durch den Nationalkonvent 1793, Meter 1799).
  7. 7.LehrplanPLUS Bayern, Gymnasium, Geschichte Jahrgangsstufe 8, Lernbereich 1: Aufklärung, Französische Revolution und Napoleon.

Häufige Fragen

Was ist die Französische Revolution einfach erklärt?
Die Französische Revolution war ein Umsturz in Frankreich von 1789 bis 1799. Die Menschen schafften die absolute Herrschaft des Königs und die Ständegesellschaft ab, in der Adel und Kirche Vorrechte hatten. Stattdessen sollten Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und eine Verfassung gelten.
Was waren die Ursachen der Französischen Revolution?
Der Staat war hoch verschuldet, nach einer Missernte 1788 wurde Brot sehr teuer, und der Dritte Stand trug die Steuern, hatte aber nichts zu sagen. Dazu kamen die Ideen der Aufklärung und das Vorbild der amerikanischen Unabhängigkeit. Weil der König die Generalstände einberufen musste, kam alles 1789 zusammen.
Welche 3 Phasen hat die Französische Revolution?
Phase 1 (1789–1792): Nationalversammlung, Sturm auf die Bastille, Menschenrechte und eine Verfassung mit König. Phase 2 (1792–1794): Republik, Hinrichtung des Königs und Schreckensherrschaft der Jakobiner. Phase 3 (1795–1799): Direktorium, bis Napoleon Bonaparte die Macht übernahm.
Wann begann und wann endete die Französische Revolution?
Sie begann 1789 mit den Generalständen, die am 5. Mai in Versailles zusammenkamen. Das bekannteste Datum ist der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789. Sie endete am 9. November 1799, als Napoleon Bonaparte mit einem Staatsstreich die Macht übernahm.
Was waren die Folgen der Französischen Revolution?
Die Ständegesellschaft war vorbei, vor dem Gesetz waren alle Bürger gleich. Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 wurde zum Vorbild für spätere Verfassungen. Außerdem entstanden das Nationalgefühl mit Trikolore und Marseillaise, der Meter und unter Napoleon der Code civil.
Was war der Ballhausschwur?
Am 20. Juni 1789 trafen sich die Abgeordneten des Dritten Standes in einer Ballspielhalle in Versailles, weil ihr Sitzungssaal gesperrt war. Dort schworen sie, nicht auseinanderzugehen, bevor Frankreich eine Verfassung hat.
#Französische Revolution#Geschichte#1789#Zeitstrahl#Übungsaufgaben#Klassenarbeit

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