Schulangst: Was tun, wenn dein Kind nicht zur Schule will?
Bauchweh am Morgen, Tränen an der Tür? So erkennst du Schulangst, sprichst ruhig mit deinem Kind und begleitest es Schritt für Schritt zurück in die Schule.

Montag, kurz nach sieben. Die Tasche ist gepackt, die Schuhe sind an. Dann sagt dein Kind leise: „Mir ist so schlecht. Ich kann heute nicht.“ Am Wochenende war noch alles gut. Was tun bei Schulangst? Erst einmal ruhig bleiben. Dann genau hinschauen und gemeinsam einen kleinen nächsten Schritt finden. Hier findest du Anzeichen, Sätze fürs Gespräch, Tipps nach Alter und einen Plan für heute Abend. Dazu eine klare Liste, wann ihr Hilfe holt.
Was ist Schulangst – und was steckt sonst dahinter?
Schulangst ist Angst vor schulischen Situationen. Das kann die nächste Klassenarbeit sein, ein Lehrer oder die Pause mit bestimmten Mitschülern. Oft zeigt sich die Angst auch im Körper, etwa als Kopf- oder Bauchschmerzen. So beschreibt es das Fachportal Neurologen und Psychiater im Netz.
Nicht jedes Kind, das morgens nicht losgehen will, hat Schulangst. Bleibt ein Kind nicht wegen einer körperlichen Krankheit dem Unterricht fern, sondern etwa aus Angst oder Unlust, sprechen Fachleute von Schulvermeidung. Darunter unterscheiden sie verschiedene Formen, und Mischformen sind häufig.
| Begriff | Was meistens dahintersteckt |
|---|---|
| Schulangst | Angst vor Noten, Lehrern, Mitschülern oder Mobbing |
| Schulphobie | Im Kern Trennungsangst: Dein Kind will nicht weg von dir. |
| Schwänzen | Meist keine Angst, sondern Unlust. Eltern wissen oft nichts davon. |
| Schulvermeidung | Oberbegriff für Fernbleiben aus Angst oder Unlust |
Bei der Schulphobie fürchtet ein Kind nicht die Schule selbst. Im Kern ist es Trennungsangst: Es fürchtet die Trennung von dir und sorgt sich meist, dass dir etwas zustößt, während es weg ist. Das erklärt die Staatliche Schulberatung in Bayern. Bleibt ein Kind aus Angst weg, sprechen Fachleute auch von Schulverweigerung. Beim Schwänzen fehlt dagegen meist die Lust, nicht der Mut. Jede Form braucht etwas andere Unterstützung. Die Diagnose stellen Fachleute, das musst du nicht allein herausfinden.
Symptome: Woran du Schulangst erkennst
Betroffene Kinder sagen selten: „Ich habe Angst vor der Schule.“ Häufiger sagen sie: „Mir ist schlecht.“ Achte deshalb auf mehrere Ebenen:
- Körper: Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall am Morgen, Schlafprobleme
- Gefühle: häufiges Weinen, Wutausbrüche, große Sorgen vor dem Schulweg
- Verhalten: Trödeln am Morgen, Rückzug, Ausreden, häufiges Fehlen
- Schule: schlechtere Leistungen, Sätze wie „Das bringt eh nichts“
Diese Zeichen nennen die Neurologen und Psychiater im Netz und die Schulpsychologie Düsseldorf. Ein einzelnes Zeichen beweist noch nichts. Wichtig ist das Muster. Ein Fachartikel im Deutschen Ärzteblatt nennt einen deutlichen Hinweis: Die Beschwerden kommen morgens oder schon am Vorabend. Am Wochenende und in den Ferien sind sie weg.
Nimm die Beschwerden trotzdem ernst. Sie sind keine Ausrede. Angst kann sich im Körper zeigen, und Kinder leiden dann wirklich unter Bauch- oder Kopfweh.
Eine Woche lang beobachten
- Wann beginnt das Bauchweh: am Abend, beim Frühstück oder auf dem Schulweg?
- An welchen Tagen ist es stärker? Gibt es bestimmte Fächer oder Lehrer?
- Wie geht es deinem Kind am Wochenende und in den Ferien?
- Was erzählt es über Pausen, Freunde und den Schulweg?
Zuerst zum Kinderarzt
Wiederkehrende Kopf- oder Bauchschmerzen, Übelkeit oder Schwindel lässt du ärztlich abklären. So schließt ihr körperliche Ursachen aus, rät die Schulpsychologie Düsseldorf. Nimm deine Notizen mit. Sag dem Kinderarzt, ob die Beschwerden vor allem an Schultagen auftreten. Findet er nichts, sollten auch psychische Gründe geprüft werden. Das empfiehlt der Fachartikel im Ärzteblatt.
Ursachen: Warum hat dein Kind Angst vor der Schule?
Meist kommen mehrere Gründe zusammen, schreibt die Schulpsychologie Düsseldorf. Es geht nicht um Schuld, sondern um den Auslöser. Diese Ursachen nennen die Neurologen und Psychiater im Netz, die Staatliche Schulberatung in Bayern und der britische Gesundheitsdienst NHS:
Druck und Überforderung
Lücken nach einem Schulwechsel oder langer Krankheit, hoher Leistungsdruck oder eine Schulform, die nicht passt.
Lernschwierigkeiten
Eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, eine Rechenschwäche oder ADHS können hinter ständiger Versagensangst stecken.
Mitschüler und Mobbing
Hänseleien, Ausgrenzung oder Mobbing. Auch soziale Angst, also große Scheu vor anderen, kann dahinterstecken.
Ärger mit Lehrern
Rückmeldungen, die ein Kind als kränkend erlebt, oder ein Streit mit einem Lehrer.
Sorge um dich
Die Angst, dass dir etwas zustößt, während dein Kind in der Schule ist.
Belastungen und Übergänge
Streit oder Krankheit in der Familie, ein Umzug, die Einschulung oder der Wechsel in Klasse 5.
Hinter dauernder Angst vor Fehlern kann eine Lernstörung stecken. Woran du sie erkennst, zeigen unsere Ratgeber zu Legasthenie-Anzeichen und Dyskalkulie-Anzeichen. Auch Druck von zu Hause kann eine Rolle spielen, oft ganz ohne Absicht. Wenn dich selbst Noten stark beschäftigen, hilft unser Artikel Kind hat schlechte Noten: Was tun? beim ruhigen Blick darauf.
Warum Zuhausebleiben die Angst oft größer macht
Darf dein Kind zu Hause bleiben, ist die Erleichterung erst einmal groß. Danach kommen oft neue Sorgen: Was habe ich verpasst? Was sagen die anderen, wenn ich wiederkomme? So wächst die Angst vor der Rückkehr. Die Neurologen und Psychiater im Netz nennen das einen Teufelskreis. Ist das Muster einmal da, kann es sehr stabil werden.

Deshalb ist das wichtigste Ziel, dass dein Kind wieder regelmäßig zur Schule gehen kann. Das betont auch der Fachartikel im Deutschen Ärzteblatt. Ist dein Kind krank, bleibt es natürlich zu Hause. Bei Beschwerden ohne körperliche Ursache helfen Entschuldigungen und Atteste auf Dauer aber eher nicht. Ärztliche Atteste bei solchen Beschwerden verstärken laut dem Ärzteblatt-Artikel das Fernbleiben. So kann es sich verfestigen. Entschuldigungen aus Mitleid verstärken den Teufelskreis, schreiben die Neurologen und Psychiater im Netz. Die Schulpsychologie Düsseldorf rät: Wäge jede Entschuldigung gut ab und frag im Zweifel eine Fachperson. Was die Schule bei Fehltagen verlangt, regelt jedes Bundesland selbst.
Bleibt dein Kind doch einmal zu Hause, soll sich der Vormittag nicht wie Ferien anfühlen. Also kein Tablet und keine Spiele während der Schulzeit, dafür Ruhe und etwas Schulstoff. Auch das empfiehlt die Schulpsychologie Düsseldorf. Es ist keine Strafe. Es hält den Weg zurück offen.
Wie du mit deinem Kind über Schulangst sprichst
Such dir einen ruhigen Moment, nicht morgens zwischen Tür und Angel. Frag behutsam nach, welche Situationen Angst oder Stress auslösen. Hör zu, ohne zu werten. Das empfiehlt die Schulpsychologie Düsseldorf.
Vermeide Sätze wie „Du brauchst doch keine Angst zu haben.“ Sie sind gut gemeint. Aber sie sagen deinem Kind: Dein Gefühl ist falsch. Das Portal kindergesundheit-info.de rät, Ängste ernst zu nehmen und Verständnis zu zeigen. Lass dich dabei nicht von der Angst anstecken und bleib möglichst gelassen.
Ältere Kinder können verstehen, was Angst im Körper macht. Der NHS schlägt dafür ein Bild vor: Angst ist wie eine Welle. Sie baut sich auf und geht wieder weg.
Sätze zum Kopieren
„Ich merke, dass dir die Schule gerade schwerfällt. Erzähl mir davon. Ich höre zu.“
„Was ist das Schwerste an einem Schultag? Der Weg, eine Stunde oder die Pause?“
„Was müsste anders sein, damit es leichter wird?“
„Mit wem bist du in der Pause gern zusammen?“
„Deine Angst ist echt. Wir suchen zusammen einen kleinen Schritt.“
„Du musst das nicht allein lösen. Ich spreche auch mit deiner Schule.“
Die Frage „Was müsste anders sein?“ stammt aus den Tipps der Schulpsychologie Düsseldorf. Wähle die Sätze, die zu euch passen. Wenn dein Kind gerade nicht reden will, ist das in Ordnung. Sag: „Ich frage morgen noch einmal.“ Und tu das dann auch.
Was eher nicht hilft
- Schimpfen oder Strafen androhen: Trösten, Lob und Geduld helfen mehr als Druck.
- Die Angst kleinreden: Sätze wie „Da ist doch gar nichts“ lassen dein Kind damit allein.
- Ohne Gespräch in die Situation drängen: Erst klären, was Angst macht. Sonst kann es schlimmer werden.
- Zu Beruhigungsmitteln greifen: Dein Kind soll lernen, Angst ein Stück weit auszuhalten. Fachleute raten deshalb von Mitteln zur Beruhigung ab, auch von Baldriantropfen oder Globuli.
Diese Hinweise stammen von den Neurologen und Psychiatern im Netz, von kindergesundheit-info.de und vom NHS.
Was tun bei Schulangst? Der Weg zurück in kleinen Schritten
Fehlt dein Kind schon öfter, braucht es einen Plan. Die Schulpsychologie Düsseldorf schreibt: Meist hilft ein kleinschrittiger Aufbau des Schulbesuchs. Legt mit der Schule realistische Ziele fest und haltet die Absprachen schriftlich fest. So wissen alle, was gilt.
Die Stufen hängen von deinem Kind ab. Für das eine ist schon der Schulweg die größte Hürde. Ein anderes schafft den Weg, aber nicht die erste Stunde. Unser Beispiel zeigt, wie ein Stufenplan aussehen kann.

Lob dein Kind für jede geschaffte Stufe, auch wenn der Morgen holprig war. Dazu raten die Neurologen und Psychiater im Netz und kindergesundheit-info.de. Kleine Erfolge stärken das Selbstvertrauen.
Hat dein Kind vor allem Angst vor der Trennung, helfen laut der Schulpsychologie Düsseldorf feste Rituale. Auch ein kleines Erinnerungsstück in der Tasche oder das Abholen durch Freunde kann helfen. Oder eine andere vertraute Person bringt dein Kind zur Schule. Setz dich aber nicht mit in die Klasse und bleib nicht zum Beistand in der Schule. Bei Trennungsangst schadet das eher, schreiben die Neurologen und Psychiater im Netz. Bleibt dein Kind wegen der Trennungsangst schon zu Hause, raten sie dringend zu einer Abklärung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Sprecht außerdem ab, was passiert, wenn es deinem Kind in der Schule schlecht geht. Es kann sich zum Beispiel an den Lehrer wenden, der dir dann Bescheid gibt. Abgeholt wird es aber nur, wenn es wirklich krank ist. Für einen Arztbesuch ist auch nach dem Unterricht noch Zeit. So beschreiben es die Neurologen und Psychiater im Netz.
Plant auch die schweren Momente voraus. Besonders heikel sind der erste Tag, die Zeit nach Wochenenden, nach Krankheit und nach den Ferien. Für diese Tage lohnt sich ein eigener kleiner Plan. Und sprich vor deinem Kind gut über die Schule. Deine Haltung prägt, wie es die Schule wahrnimmt.
KI-generiertSchulangst nach Alter: Was in welcher Phase hilft
Schulangst kann in jedem Alter auftreten. Laut den Neurologen und Psychiatern im Netz häuft sie sich aber bei Übergängen. Das betrifft die Einschulung und den Wechsel auf die weiterführende Schule mit etwa 10 bis 11 Jahren. In der Pubertät verändern sich die Gründe noch einmal.
Den Abschied leicht machen
Ein festes Abschiedsritual und ein kleines Erinnerungsstück in der Tasche geben Halt. Bei Trennungsangst kann eine andere vertraute Person dein Kind bringen. Hält die Angst lange an, sprich mit dem Kinderarzt.
Gut vorbereiten
Sprecht schon vor dem Wechsel über die neue Schule. Lauft den neuen Schulweg vorher gemeinsam ab. In den ersten Wochen braucht dein Kind besonders viel Rückhalt.
Ernst nehmen, mitplanen lassen
Jugendliche haben häufiger soziale Ängste. Betroffene fürchten, sich zu blamieren oder abgelehnt zu werden. Achte auf Rückzug und lass dein Kind den Plan zurück mitgestalten.
Diese Tipps stützen sich auf den NHS, die Schulpsychologie Düsseldorf, die Neurologen und Psychiater im Netz und kindergesundheit-info.de.
In der Pubertät kommt manchmal Schwänzen dazu. Laut dem Ärzteblatt-Artikel beginnt es typischerweise mit etwa 11 Jahren und nimmt zwischen 13 und 17 Jahren zu. Angst und Schwänzen können sich auch mischen. Bleib deshalb im Gespräch, statt nur zu kontrollieren. Klare Regeln und viel Zuwendung schließen sich nicht aus. Beides zusammen empfehlen die Neurologen und Psychiater im Netz. Jugendliche können sich außerdem selbst an die Nummer gegen Kummer wenden. Samstags beraten dort Jugendliche.
Wenn die Angst vor allem Klassenarbeiten gilt
Dreht sich die Angst vor allem um Tests und Noten, sprechen Fachleute von Prüfungs- und Leistungsangst. Ein möglicher Grund ist laut den Neurologen und Psychiatern im Netz eine zu späte oder ungenügende Vorbereitung. Was du dann konkret tun kannst, steht in unserem Ratgeber Prüfungsangst beim Kind: Was Eltern konkret tun können. Wie viele Tage vorher dein Kind anfangen sollte, zeigt Wie lange vor einer Klassenarbeit lernen?
Ruhige Vorbereitung in kleinen Schritten kann hier entlasten. Mit Lerntwin trägt dein Kind die nächste Klassenarbeit mit Thema und Datum ein. Lerntwin verteilt dann den Stoff auf die Tage davor. Es fragt nach, statt die Lösung vorzusagen. Vor dem Termin kann dein Kind außerdem eine Probe-Klassenarbeit schreiben. Wie das genau abläuft, zeigt So funktioniert Lerntwin.
Mit der Schule sprechen
Die Schule ist deine wichtigste Ansprechstelle, schreibt die Schulpsychologie Düsseldorf. Ansprechpartner sind der Klassenlehrer, ein Vertrauenslehrer, der Beratungslehrer oder die Schulsozialarbeit. Bereite das Gespräch vor und nimm deine Notizen mit: Wie oft fehlt dein Kind? An welchen Tagen, in welchen Fächern? Was habt ihr schon versucht? Frag auch, was der Lehrer beobachtet. In der Schule wirkt dein Kind vielleicht ganz anders als zu Hause.
Lehrer können viel bewirken. Ruhiges Ermutigen und individuelles Anleiten helfen Kindern mit Leistungsangst, schreiben die Neurologen und Psychiater im Netz. Ein schüchternes Kind sollte nicht vor anderen bloßgestellt werden. Bei Mobbing ist die Schule gefragt. Jeder Lehrer hat die Aufgabe, Kinder davor zu schützen, schreibt die Staatliche Schulberatung in Bayern. Sie rät, zuerst mit dem Klassenlehrer zu sprechen. Die Eltern der Kinder, die mobben, sprichst du besser nicht vorschnell selbst an, rät die Initiative klicksafe. Frag konkret: Wer achtet in der Pause auf mein Kind? Wohin kann es gehen, wenn ihm alles zu viel wird?
In Nordrhein-Westfalen etwa muss die Schule bei anhaltendem Fehlen handeln. Das reicht von Gesprächen über eine Attestpflicht bis zum Bußgeldverfahren, schreibt die Schulpsychologie Düsseldorf. Die Regeln legt jedes Bundesland selbst fest. Umso besser, wenn du früh selbst das Gespräch suchst.
Vorlage: Nachricht an den Klassenlehrer
Guten Tag,
unser Kind möchte seit einiger Zeit morgens nicht zur Schule. Es klagt oft über Bauchweh. Beim Kinderarzt waren wir schon (oder: haben wir einen Termin am …). Uns fällt besonders auf: …
Können wir in den nächsten Tagen kurz sprechen? Wir möchten gemeinsam einen Plan für die nächsten Schritte finden.
Viele Grüße
Wann zum Arzt oder zur Beratung?
Holt euch Unterstützung, wenn die Angst stark ist, zunimmt, nicht weggeht oder den Alltag einschränkt. So beschreibt es der NHS. Damit bist du nicht allein. Laut der Staatlichen Schulberatung in Bayern ist jedes zehnte Kind oder jeder zehnte Jugendliche in Deutschland so stark von Ängsten beeinträchtigt, dass Hilfe von außen nötig ist. Angst kann auch zusammen mit anderen psychischen Erkrankungen auftreten, etwa einer Depression.
Holt euch Hilfe, wenn …
- dein Kind über Wochen kaum noch oder immer seltener zur Schule geht,
- es Panik bekommt, sobald es an die Schule denkt,
- es sich stark zurückzieht und Freunde oder Hobbys aufgibt,
- es Hinweise auf Mobbing, Gewalt oder Bedrohung gibt,
- Bauch- oder Kopfweh immer wiederkommen,
- dein Kind sich selbst verletzt oder von Suizidgedanken spricht. Dann holst du sofort Hilfe, etwa in der Ambulanz der nächsten Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Bei akuter Gefahr wählst du die 112.
| Anlaufstelle | Wobei sie hilft |
|---|---|
| Kinderarzt | Beschwerden abklären, nächste Schritte besprechen |
| Klassenlehrer, Vertrauenslehrer, Schulsozialarbeit | Lage in der Schule klären, Absprachen treffen |
| Schulpsychologische Beratung | Rat bei schulischen Sorgen, kostenlos und mit Schweigepflicht |
| Erziehungsberatungsstelle | Beratung für die ganze Familie, kostenfrei und vertraulich |
| Psychotherapie oder Psychiatrie für Kinder und Jugendliche | Diagnose und Behandlung |
| Ambulanz der nächsten Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie | Sofort bei Suizidgedanken: Risiko einschätzen, Hilfe einleiten |
Spricht dein Kind davon, nicht mehr leben zu wollen, nimm das immer ernst. Gerade bei Kindern lässt sich schwer abschätzen, wie groß die Gefahr ist, schreiben die Neurologen und Psychiater im Netz. Sie halten dann eine umgehende Vorstellung in der zuständigen Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie für dringend nötig. Dort schätzt ein Facharzt das Risiko ein.
Schulpsychologische Beratung und Erziehungsberatung sind kostenlos. Die Fachleute dort haben Schweigepflicht, auch gegenüber der Schule. Das schreiben die Neurologen und Psychiater im Netz. Schulpsychologen behandeln keine Angststörung. Sie können aber einschätzen, ob eine vorliegen könnte, und weitervermitteln. So erklärt es die Staatliche Schulberatung in Bayern. Laut der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung gibt es in Deutschland über 1000 Erziehungs- und Familienberatungsstellen. Online berät die bke-Elternberatung, ebenfalls kostenfrei.
Ist dein Kind gesetzlich versichert, braucht ihr für eine Psychotherapie keine Überweisung. Der erste Schritt ist die psychotherapeutische Sprechstunde. Bei der Suche nach einem Termin hilft der Terminservice unter 116117. Das erklärt der Patientenservice der Kassenärztlichen Vereinigungen.
Fachliche Hilfe lohnt sich. Eine Übersichtsarbeit fasste acht Studien mit 435 Kindern und Jugendlichen zusammen: Nach psychosozialer Behandlung gingen sie wieder regelmäßiger zur Schule. Auf die Angst selbst fand sie kurzfristig keinen sicheren Effekt (Maynard und Kollegen, 2018). Wartet mit der Hilfe nicht zu lange. Ohne schnelle Hilfe steigt laut dem Ärzteblatt-Artikel das Risiko, dass sich das Problem verfestigt.
Sofort jemanden zum Reden
Kinder- und Jugendtelefon der Nummer gegen Kummer: 116 111, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr. Der Anruf ist kostenlos und anonym. Samstags beraten Jugendliche.
Elterntelefon der Nummer gegen Kummer: 0800 111 0 550, montags, mittwochs und freitags von 9 bis 17 Uhr, dienstags und donnerstags von 9 bis 19 Uhr. Anonym und kostenlos.
TelefonSeelsorge, Tag und Nacht: 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Kostenlos und anonym, für alle.
In lebensbedrohlichen Fällen: Notruf 112.
Plan für heute Abend
Du musst heute nicht alles lösen. Ein ruhiger Abend und ein kleiner Schritt für morgen reichen. So kann der Abend aussehen:
- 1
Einen ruhigen Moment finden
10 MinutenSetz dich zu deinem Kind, ohne Handy und ohne Eile. Sag zum Beispiel: „Ich merke, dass dir die Schule gerade schwerfällt.“ Dann hör einfach zu. - 2
Den schwersten Moment benennen
5 MinutenFragt gemeinsam: Ist es der Weg, eine Stunde, die Pause oder der Abschied? Schreib die Antwort auf. Sie hilft dir später im Gespräch mit der Schule. - 3
Einen kleinen Schritt für morgen vereinbaren
5 MinutenZum Beispiel: Eine Freundin holt dein Kind ab. Oder es darf sich bei Bauchweh an den Lehrer wenden, der dir dann Bescheid gibt. Abgeholt wird es nur, wenn es wirklich krank ist. Ein Schritt reicht. - 4
Den Morgen vorbereiten
10 MinutenPackt zusammen die Tasche und legt die Kleidung raus. Stellt den Wecker so, dass morgens keine Hektik entsteht. Feste Abläufe geben Kindern Halt, schreibt der NHS. - 5
Die Schule informieren
5 MinutenSchreib dem Klassenlehrer eine kurze Nachricht und bitte um ein Gespräch. Die Vorlage oben hilft dir. Sind die Beschwerden noch nicht abgeklärt, plane auch einen Termin beim Kinderarzt.
Und dann ist Feierabend für das Thema. Lest etwas zusammen oder redet über etwas Schönes. Morgen früh zählt jeder kleine Schritt. Auch ein offenes Gespräch ist schon ein wichtiger Schritt nach vorn, schreibt die Schulpsychologie Düsseldorf.
Quellen & weiterführende Literatur
- 1.Neurologen und Psychiater im Netz (fachlich unterstützt von der DGKJP): Schulvermeidung, Schulangst, Schulphobie und Schulschwänzen — Formen, Teufelskreis und Häufung bei Übergängen.
- 2.Neurologen und Psychiater im Netz: Schulangst — Ursachen, Anzeichen und Behandlungsmöglichkeiten.
- 3.Neurologen und Psychiater im Netz: Schulphobie — Trennungsangst, Anzeichen und Hinweise für Eltern.
- 4.Neurologen und Psychiater im Netz: Schulschwänzen — Beratung, Schweigepflicht und Rückfallvorbeugung.
- 5.Neurologen und Psychiater im Netz: Suizidabsichten und Suizidversuche bei Kindern und Jugendlichen — Warnzeichen ernst nehmen, umgehend in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie vorstellen.
- 6.Knollmann M, Knoll S, Reissner V, Metzelaars J, Hebebrand J: School avoidance from the point of view of child and adolescent psychiatry. Deutsches Ärzteblatt International 2010; 107(4): 43–49.
- 7.Landeshauptstadt Düsseldorf, Zentrum für Schulpsychologie: Schulabsentismus — Handlungsempfehlungen für Eltern (PDF).
- 8.Staatliche Schulberatung in Bayern: Schulbezogene Ängste — Angst, Angststörung und Unterstützungsangebote (Stand 19.11.2024).
- 9.Staatliche Schulberatung in Bayern: Mobbing und Cybermobbing — zuerst das Gespräch mit dem Klassenlehrer, Schutz vor Mobbing als Aufgabe jedes Lehrers (Stand 12.12.2024).
- 10.klicksafe: Cybermobbing — Informationen und Hilfe für Eltern.
- 11.kindergesundheit-info.de: Kindliche Ängste — typische Ängste nach Alter und wann der Kinderarzt hilft.
- 12.kindergesundheit-info.de: So helfen Sie Ihrem Kind, mit Angst fertig zu werden.
- 13.NHS: Anxiety in children — Anzeichen, Gründe und Hilfe zu Hause und in der Schule.
- 14.Maynard BR, Heyne D, Brendel KE, Bulanda JJ, Thompson AM, Pigott TD: Treatment for School Refusal Among Children and Adolescents: A Systematic Review and Meta-Analysis. Research on Social Work Practice 2018; 28(1): 56–67.
- 15.Nummer gegen Kummer: Kinder- und Jugendtelefon 116 111 — Zeiten und Beratung.
- 16.Nummer gegen Kummer: Elterntelefon 0800 111 0 550 — Zeiten und Beratung.
- 17.TelefonSeelsorge: Tag und Nacht erreichbar unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123, kostenlos und anonym.
- 18.Kassenärztliche Bundesvereinigung, 116117: Psychotherapie — Sprechstunde ohne Überweisung und Terminservice.
- 19.Kassenärztliche Bundesvereinigung, 116117: Wen anrufen, 116117 oder 112?
- 20.Bundeskonferenz für Erziehungsberatung: Erziehungsberatungsstellen und Onlineberatung.
- 21.bke-Elternberatung: kostenfreie Online-Beratung für Eltern.
Häufige Fragen
Was können Eltern bei Schulangst tun?
Was tun bei akuter Schulangst am Morgen?
Was tun bei Schulangst in der 1. Klasse?
Was hilft bei Schulangst in der Pubertät?
Wie lange dauert Schulangst?
Wann sollte ich mit Schulangst zum Kinderarzt?
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